Griechenland ist derzeit mit heftigen Waldbränden konfrontiert. Am Mittwoch (29.7.) verloren drei Feuerwehrleute im Einsatz ihr Leben. Zwei der Opfer im Alter von 58 und 25 Jahren fanden südlich der kretischen Stadt Rethimno den Tod, das dritte Opfer in der Nähe von Gythio auf der südlichen Peloponnes.
Die beiden Feuerwehrmänner auf Kreta waren Medienberichten zufolge mit einem Einsatzfahrzeug unterwegs, sahen sich aber dazu genötigt, dieses zu verlassen, um zu Fuß aus dem Flammenmeer zu gelangen. Der dritte Todesfall ereignete sich etwa acht Kilometer südlich von Gythio; der 50-jährige Feuerwehrmann starb ersten Erkenntnissen zufolge an einer natürlichen Todesursache.
Besonders kompliziert ist die Lage weiterhin auf Kreta, wo die Flammen noch immer außer Kontrolle sind. Dort hat sich die Feuerfront über eine Strecke von 15 Kilometern ausgebreitet. Bedingt durch stürmische Winde – sie erreichen zum Teil Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern – konnte dort am Mittwoch keine Brandbekämpfung aus der Luft erfolgen. Im Einsatz sind mindestens 160 Kräfte der Feuerwehr mit Dutzenden Einsatzwagen, aber auch zahlreiche freiwillige Helfer.
Personen, die sich in der Region aufhalten, erhielten über ihre Handys die dringende Aufforderung, die Gefahrenzone zu verlassen. Auf der Flucht vor der Feuerwalze waren auch tausende Touristen. Viele wurden mit Bussen in sichere Gebiete auf der Insel evakuiert.
Den Flammen fielen dort vor allem Wald- und landwirtschaftlich genutzte Flächen, aber auch Gebäude und Tierbestände zum Opfer. Ausgebrochen war das Feuer am Mittwochmittag unweit des Dorfes Krya Vrysi (Kalte Quelle), das sich auf der Südseite Kretas etwa fünf Kilometer vom Lybischen Meer befindet.
Εbenfalls auf Kreta war die Gegend bei Sitia im Nordwesten der Insel betroffen; dort erlitten zwei Feuerwehrleute Brandverletzungen und wurden in ein Krankenhaus eingeliefert; zwei Einsatzfahrzeuge brannten vollständig aus. Bewohnte Gegenden waren am Donnerstag bei Sitia von den Flammen nicht betroffen. Vor Ort waren 48 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit 13 Fahrzeugen im Einsatz sowie drei Gruppen, die zu Fuß in unwegsames Gelände vordrangen um die Flammen zu löschen.
Von Bränden ereilt wurde auch die Insel Lesbos, besonders der Ort Plomari, der u. a. für seinen guten Ouzo bekannt ist. Auch auf dieser Insel konnten die Flammen am Donnerstag allmählich unter Kontrolle gebracht werden. Das galt am Donnerstag auch für einen großen Wald- und Buschbrand auf der Insel Paros, der auf einer Mülldeponie ausgebrochen war. Vier Verantwortliche wurden festgenommen. Am Mittwoch hatte man dort mehrere Ortschaften evakuiert müssen. Die Menschen wurden dazu aufgefordert, sich an den Stränden in Sicherheit zu bringen; betroffen waren auch hier zahlreiche Touristen. Die Lage auf Paros ist nach wie vor angespannt: Durch stürmische Winde besteht die Gefahr, dass aus kleinen Brandherden erneut größere Feuerfronten entstehen. – Am heutigen Donnerstag herrscht erneut hohes Waldbrandrisiko in vielen Teilen Griechenlands mit den Brandstufen 3 bzw. 4 von 5.
Auch in den nächsten Tagen wird die Lage weiterhin angespannt sein: Die Meteorologen sagen steigende Temperaturen und weiterhin starke Winde vorher.
(Griechenland Zeitung / Jan Hübel)