Nordgriechische Schulen sollen pontischen Dialekt lehren

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Um die Sprache der Schwarzmeergriechen, der Pontier, vor dem Aussterben zu bewahren, soll im nordgriechischen Serres ein Netzwerk von 50 bis 100 Schulen gebildet werden, wo die Schüler diese Form des Griechischen als Wahlfach lernen können.

Die Pontos-Griechen waren 1923 aus der Nordosttürkei ausgesiedelt worden und wurden seinerzeit weitgehend im griechischen Teil Makedoniens angesiedelt. Aus diesem Gebiet waren damals im Zuge des griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausches die meisten Muslime in die Gegenrichtung gezogen. Außerdem sollten die Pontos-Griechen möglichst zusammenbleiben und zugleich das griechische Element in dieser sensiblen Grenzregion stärken. Zu den Hauptsiedlungsgebieten gehörte die Region um die Stadt Serres. Ein Kennzeichen dieser von den übrigen Griechen eher isoliert zwischen Kaukasus und Zentralanatolien lebenden Gruppe war ihr archaisch anmutendes Griechisch, das für Sprecher der neugriechischen Gemeinsprache kaum verständlich ist. Die Traditionspflege spielt bei den Pontiern eine große Rolle. Die Grundschuldirektion des Bezirks Serres realisiert bereits seit drei Jahren ein Programm mit dem Titel „Pontisches Griechentum, Erinnerungen und Träume, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Teil dieses Programms ist auch die Initiative zur Bewahrung der von den Pontiern traditionell gesprochenen besonderen Form des Griechischen, die vor dem Aussterben steht. Ziel sei ein landesweites Netz von Schulen, in denen Lehrer mit entsprechenden Kenntnissen und mit Zustimmung der Eltern außerhalb des regulären Unterrichts die pontische Mundart unterrichten, sagte der Lehrer Ioannis Poulios, der bei der Direktion Serres für solche Programme zuständig ist, der Athener Nachrichtenagentur ANA-MPA. Denn: „Der pontische Dialekt ist das Altgriechische“. (GZak) 

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