Griechisches Filmepos als „Jahrhundertwerk“

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Der Film „The Travelling Players“ („Die Wanderschauspieler“) des griechischen Meisterregisseurs Theodoros (Theo) Angelopoulos (1936-2012) figuriert auf einer Liste der 25 besten europäischen Filme. Ein entsprechendes Ranking veröffentlichte vor wenigen Tagen die britische Tageszeitung „The Guardian“.

Der Film spielt im Zeitraum von 1939 bis 1952 und handelt von einer Gruppe von Schauspielern, die durch das ländliche Griechenland ziehend ein Drama über Liebe, Tod und Verrat aufführen. Der Film thematisiert insbesondere die konfliktgeladenen historischen Entwicklungen jener Zeit – darunter die Metaxas-Diktatur, den Griechisch-Italienischen Krieg, die Besetzung durch die Nationalsozialisten, die Befreiung und den anschließenden  Bürgerkrieg – und den Einfluss dieser Ereignisse auf die Gruppe.

Der Film, der mit über drei Stunden Länge dem Zuschauer einiges an Sitzfleisch abverlangt, wird als einer der bedeutendsten Werke Griechenlands bezeichnet, sahnte zahlreiche Preise ab und wurde von vielen namhaften Kritikern und Regisseuren, wie beispielsweise Martin Scorsese, als Meisterwerk bezeichnet. Wie kaum ein anderer versteht es Angelopoulos durch seinen erhabenen Stil, ein komplexes und teilweise auch surrealistisches Bild dieser schwierigen Epoche darzustellen. Der Film, erschienen 1975, wurde noch während der Militärdiktatur gedreht und musste dadurch vorerst geheim gehalten werden.

Der griechische Regisseur Theodoros Angelopoulos wurde 1936 in Athen geboren  und starb 2012 in einem Vorort der griechischen Hauptstadt bei Dreharbeiten an den Folgen eines Unfalls. (GZfw)

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