Ein Symbol griechisch-deutschen Zusammenhalts

  • geschrieben von 
Das Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Preisträger Karolos Papoulias. Das Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Preisträger Karolos Papoulias.

Die Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften (VDGG), die Dachorganisation von über 30 deutsch-griechischen Vereinen und Institutionen mit Sitz in Bonn, verleiht heute (1.11.) ihren diesjährigen Kulturpreis an den griechischen Staatspräsidenten a. D. Karolos Papoulias. Die Verleihung findet in der Heilig-Geist-Kapelle der Humboldt-Universität in Berlin Mitte statt. Die Laudatio hält der frühere Bundespräsident Joachim Gauck. Überreicht wird der Kulturpreis von der Präsidentin der VDGG, Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, im Rahmen eines Festaktes zum 100-jährigen Bestehen der DGG Berlin.


Für Karolos Papoulias (90), der schon als 14-Jähriger in der Resistance gegen die Nazis aktiv war, waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Griechenland stets von besonderer Bedeutung. Während der Zeit der Militärdiktatur beendete er in Köln sein Jura-Studium und promovierte an der dortigen Universität. Er beteiligte sich gleichzeitig am Widerstand gegen die Obristen und war Mitarbeiter des juntakritischen griechischen Programms der Deutschen Welle.
Nach Wiederherstellung der Demokratie kehrte er in seine Heimat zurück und gehörte zu den Mitbegründern der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK). Er war zweimal Außenminister in den Regierungen von Andreas Papandreou. 2005 wurde er zum 6. Staatspräsidenten Griechenlands gewählt und bekleidete dieses Amt zehn Jahre lang. Er war der erste griechische Präsident, der einen engen Kontakt zur VDGG pflegte und das ehrenamtliche Engagement der Vereinigung und der Mitgliedsgesellschaften für sein Land und seine Landsleute würdigte.
Im September 2014 unterzeichnete Papoulias in Berlin im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck eine Absichtserklärung zum Aufbau eines Deutsch-Griechischen Jugendwerkes, was ein altes Anliegen der VDGG war. Als der damalige Bundespräsident Gauck im März 2014 zu einem Staatsbesuch in Griechenland weilte, begleitete ihn Papoulias zu Erinnerungsorten der deutsch-griechischen Geschichte, so z. B. zu dem Märtyrerort Lingiades.
„Karolos Papoulias war und ist ein Glücksfall für die deutsch-griechischen Beziehungen. Er hat sich auf politischem, humanitärem und kulturellem Gebiet und in seinem Einsatz für Demokratie und Völkerverständigung große Verdienste erworben. Durch seine in Deutschland lebenden Kinder ist er weiterhin eng mit unserem Land verbunden“, sagtr VDGG-Präsidentin Skarpelis-Sperk.
Der Kulturpreis, in der Gestalt eines Ehrenringes, wird seit 1995 alle zwei Jahre an Personen oder Institutionen vergeben, die sich um die deutsch-griechischen Beziehungen in hohem Maße verdient gemacht haben. (GZeb/vp)

Nach oben