Angesichts der Olympischen Spiele prophezeien Beobachter in Athen
eine Zunahme der Kinderarbeit auf den Straßenkreuzungen der
Metropole. Im Jahre 2000 sollen knapp 6.000 Minderjährige auf
Griechenlands Straßen derartigen Tätigkeiten nachgegangen sein; die
Arbeitszeit geht oft von den frühen Morgenstunden bis in den Abend
hinein. Gegen ein kleines Trinkgeld reinigen diese Kinder die
Frontscheiben der auf grün wartenden Pkw, verkaufen
Papiertaschentücher, Wasserflaschen, Bananen und sonstiges. Einer
Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts ALCO zufolge, die im
Auftrag der UNICEF durchgeführt wurde, sind vier von zehn dieser
"Kreuzungskinder" Griechen.
Die übrigen kommen häufig aus
Nachbarländern, meist aus Albanien. Knapp 80 Prozent werden von den
eigenen Eltern ausgebeutet, der Rest von anderen Personen. Nur etwa
20 Prozent dieser Kinder gehen zur Schule. Wie die Tageszeitung "Ta
Nea" berichtete, hegen humanitäre Organisationen die Befürchtung,
dass Straßenkinder als Organspender benutzt werden könnten. Zwar
sei in Griechenland keine Infrastruktur für einen derartigen Handel
vorhanden, man könne aber nicht ausschließen, dass die betreffenden
Kinder in andere Länder verschleppt würden. Die albanische Presse
berichtete kürzlich, dass in einer Klinik in Albanien Organe von
Kindern entnommen wurden, die anschließend nach Italien und
Frankreich verschickt wurden. In diese Machenschaften seien
albanische und italienische Ärzte verwickelt gewesen.