Im Kloster Petraki in Athen berät heute abermals die Heilige Synode
der griechisch-orthodoxen Kirche über Verstrickungen von
kirchlichen Würdenträgern mit korrupten Kreisen der Justiz. Der
wegen seiner illegalen Aktivitäten in die Schlagzeilen der Presse
geratene Archimandrit Iakowos Giossakis reichte gestern seinen
Rücktritt ein. Erzbischof Christodoulos sprach von einem „düsteren
Klima“ in den Reihen der Kirche. Dabei kündigte er an, daß er der
„Bannerträger der Reinigung“ sein werde. Andererseits registrierte
Christodoulos auch einen Angriff auf die Kirche.
Man habe es dabei
mit „Bösartigkeiten, Erpressungen und Verleumdung“ zu tun, so der
Erzbischof. Justiz mit Korruptionsskandal beschäftigt Die
Vollversammlung des Höchstgerichtes Areopag berät heute über einen
möglichen Ausschluß der Präsidentin das Landgerichtes von Chania,
Fotini Keladídou. Morgen werden der Richter des Areopag, Kostas
Baltás und der Vizestaatsanwalt Nikos Athanasopoulos angehört.
Justizminister Anastassios Papligouras hatte angekündigt, daß er in
den kommenden Tagen einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung der
Korruption in der Justiz einreichen werde. Wer seinen Eid verletzt
habe, werde exemplarisch bestraft. Extreme Wintertemperaturen: Drei
Personen kamen durch Wohnungsbrände ums Leben Drei Menschen starben
an diesem Wochenende durch Brände in ihren Häusern. Hintergrund war
das unverhältnismäßig kalte Winterwetter, das vor allem in
Nordgriechenland viele Einwohner dazu zwang, stärker zu heizen als
üblich. In vielen Dörfern war wiederholt die Strom- und
Wasserversorgung zusammengebrochen. Einheimische berichteten, daß
es im Epirus seit etwa 100 Jahren nicht mehr so viel geschneit
habe: An einigen Stellen wurden bis zu sieben Meter Schneehöhe
gemessen. Vielerorts sind die Straßen nur mit Schneeketten
passierbar. Der Grenzübergang zur Türkei bei Kipoi wurde für
Lastwagen geschlossen, daß die Straßen beiderseits der Grenze
spiegelglatt sei. In der Ägäis behinderten stürmische Winde den
Fährverkehr. Zwischen Piräus und Kreta sowie den Inseln der
Dodekannes und den Kykladen wurde der Schiffsverkehr unterbrochen.
Das Wetter Die Kälte aus dem Norden kam und blieb. Zu Schneefall
kommt es aber nur noch in den östlichen und südlichen Landesteilen.
Die Gefahr von Glatteis in den Morgenstunden besteht von
Zentralgriechenland hinauf bis in den Norden des Landes. Stürmische
Nordwinde wehen in der Ägäis. In Attika kommt hin und wieder die
Sonne durch, doch die Bewölkung wird sich teilweise auch stark
verdichten. Leichter Schneefall oder auch Schneeregen ist in den
nördlichen und östlichen Gebieten Attikas möglich. Die Temperaturen
in Athen erreichen heute höchstens 6 Grad Celsius. In den höher
gelegenen Vorstädten liegt die Temperatur um Null Grad. Eine
Wetterbesserung sagen die Meteorologen für den Mittwoch voraus.
Kultur- und Ausgehtips für Athen In der Ethnikí Lyrikí Skiní, der
Staatsoper gibt heute abend das Philharmonieorchester der Stadt
Athen ein Konzert. Die Oper befindet sich in der Akadimías-Straße
59-61. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt frei.
Eintrittskarten sind bei der Kulturorganisation der Stadt Athen in
der Akadimias-Straße 50 erhältlich. Die Pianisten Marianna Aiwasowa
und Nelly Sembékolo spielen heute im „Athäneum“ in der
Adrianoú-Straße 3 Werke klassischer Komponisten. Der Eintritt ist
frei. Wer Lust auf fernöstliche Klänge hat, der sollte heute das
„Mikró Mousikó Théatro“ in Koukáki aufsuchen. Dort wird
traditionelle japanische Musik gespielt. Griechische Klänge
wiederum vermittelt ein Konzert mit Mandolinen, das heute um 20 Uhr
im „Akropol“ in der Ippokrátous-Straße 9 stattfindet. Der Eintritt
frei. Die feurige Truppe „Balagan“ tritt ab heute im Jálino Dinner
Theater in der Leofóros Syngroú 143 mit Musik und Akrobatik auf.
Für die Regie zeichnet Sebastiano Tom verantwortlich, bekannt vom
Tiger Lillies Circus. Die Vorstellungen von „Balagan“ dauern bis
zum 20. März. Im Coronet Theater in Pangrati ist das weltberühmte
Prager „Image Black Light Theatre“ zu Gast. Die Truppe zeigt
Theater, Pantomime und Tanz unter dem Titel „Black Box“.
Aufführungen gibt es bis zum 13. Februar. Im Half Note Jazz Club im
Stadtteil Mets sind heute afrikanische Balladen und Lieder zu
hören. Der bekannte griechische Sänger Pantelís Thalassinós tritt
heute zusammen mit der Gruppe „Aéra“ im „Syrmó“ auf. Das Lokal
befindet sich in der Kolonoú-Straße, Ecke Odysséos. Der Saxophonist
Andreas Mourtzoúkos ist heute mit seinem Quartett im „Odeíon
Filíppos Nákkas“ in der Ippokratous-Straße 41 zu Gast. Die Gruppe
spielt Jazz. Ilias Loúngos widmet seinen Gesangsabend im „Evgenídio
Idryma“ in der Syngroú-Avenue Melodien des weltbekannten Mános
Chatzidákis. „Die Stadt der Farben“. Bei diesem Titel denkt man
vielleicht nicht an Athen. Und dennoch beschäftigt sich die Malerin
Anna Parísi auf Grundlage dieses Mottos mit der griechischen
Metropole. Sie verleiht in ihren Arbeiten Momentaufnahmen,
Straßenbildern und architektonischen Ausschnitten im wahrsten Sinne
Farbe. Die Ausstellung dauert bis zum 15. Februar und ist in der
Galerie „Mary Alexiou“, in der Cháritos-Straße 42 zu sehen. Und nun
noch ein Hinweis für morgen: Im Goethe-Institut in der
Omírou-Straße tritt morgen in der Reihe „Musik der Welt“ das
Griechische Ensemble für Neue Musik auf. Dirigent ist Jákovos
Konitópoulos. Die Veranstaltung beginnt um 20.30 Uhr. Der Eintritt
ist frei.