Erzbischof Christodoulos denkt nicht an Rücktritt. „Wenn sie
denken, daß sie uns bekämpfen und ich dann zurücktrete, oder
schweige, dann sprechen wir von geistiger Umnachtung“, erklärte er
in seiner Sonntagspredigt. Die Skandalredner, so der Erzbischof,
würden kommen und gehen. Deshalb solle keiner der Kirche den Rücken
drehen. „Wir“, so Christodoulos, „sind nicht Pfarrer geworden, um
reich zu werden.
Ich selbst verfüge nicht über einen Groschen.“
Kritik übte Christodoulos auch an den Medien. Es sei eine Schande
für die Griechen, daß sie hinter dem Fall Vavylis ihre Seriosität
verlören. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ALCO
zufolge, die am Sonntag veröffentlicht wurde, sind 56,2 Prozent der
Befragten, daß Erzbischof Christodoulos zurücktreten solle.
Lediglich 26,1 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Der Metropolit
von Thessaloniki räumte ein, daß es tatsächlich ein Problem gebe.
Dies müßten die verantwortlichen Untersuchungsorgane herausfinden.
Er rief die Gläubigen dazu auf, den Montag mit Gebeten in der
Kirche zu verbringen. Regierung für Selbstreinigung der Kirche Die
Regierung unterstützt die Vorschläge der Kirche und von Erzbischof
Christodoulos für eine Selbstreinigung der Kirche. Das erklärte der
Sekretär der regierenden Nea Dimokratia, Vangelis Meimarakis.
Gleichzeitig wies er die Schuld an den jüngsten Vorfällen, vor
allem die Aktivitäten des zwielichtigen Apostolos Vavylis, der von
der griechischen Polizei und von Interpol gesucht wird, der
früheren PASOK-Regierung zu. Schiffe bleiben wegen Streik in den
Häfen Wegen eines Streiks der Panhellenischen Seemannsvereinigung
bleiben heuten und morgen die Schiffe des Landes in den Häfen
vertäut. Die Seeleute werfen der Regierung vor, daß sie nichts
gegen die hohe Arbeitslosigkeit, von der viele Seeleute betroffen
sind, unternehme. Ein Treffen mit Schiffahrtsminister Manolis
Kefalojannis am Freitag wurde von der Seefahrtsvereinigung als
„fruchtlos“ bezeichnet. Auf dem Forderungskatalog der Seeleute
stehen u.a. die Verdoppelung der Zuschläge, die Befreiung von der
Einkommenssteuer sowie die Gründung einer unabhängigen Kasse für
Arbeitslose. Universitäten bleiben geschlossen Geschlossen blieben
heute auch die Universitäten und Hochschulen des Landes. In Athen
und anderen Städten des Landes fanden Kundgebungen der Pädagogen
statt. Das Wetter Im Westen, auf den ostägäischen Inseln, aber auch
auf dem Dodekannes wird es heute bereits zu Niederschlägen und
teils heftigen Gewittern kommen. Athen bleibt von diesen
Wetterphänomenen heute noch verschont. Wenn der Himmel über Attika
auch überwiegend von Wolken verhangen ist, so kommt doch hin und
wieder die Sonne durch. Die Temperaturen erreichen in der
Stadtmitte noch etwa 16 Grad Celsius. Für morgen sagen die
Meteorologen jedoch eine spürbare Verschlechterung der Lage und
einen Temperaturrückgang voraus. Kultur- und Ausgehtips für Athen
(28.2.05) Beginnen wir heute unsere musikalische Tour durch Athen
mit dem „House of Art“: Die Sängerin Tania Nassíbian interpretiert
heute und morgen im „House of Art“ griechische Musik sowie
ausländische Lieder in insgesamt fünf Sprachen. Das „House of Art“
befindet sich in der Sachtoúri-Straße in Psirrí. Im „Odeíon
Filíppos Nákkas“ in der Ippokrátous-Straße 41 wird heute wieder das
Klavier im Mittelpunkt stehen. Dazu laden die Sängerin Kalliopi
Vétta ein, die von zwei Pianisten – Jorgos Ioánnou und Ouranía
Lambropoúlou – begleitet wird. Vétta wird eigene Lieder vortragen,
aber auch zahlreiche andere Songs aus einem breiten Repertoire. Die
Veranstaltung beginnt um 20.30 Uhr, der Eintritt kostet 20 Euro. Im
Goethe-Institut Athen stehen heute Psalmen, Hymnen und Tänze auf
dem Programm. Auf der Bühne stehen die Cellistin Anja Lechner und
der Pianist Vassílis Tsambrópoulos. Auf dem Spielplan haben die
beiden Künstler Werke von Gurtziew sowie von Tsambrópoulos selbst,
der in seinen Kompositionen an die byzantinische Musiktradition
anknüpft. Das Duo hat im vergangenen Oktober mit dem bekannten
deutschen Produzenten Manfred Eicher und unter dem Label der ECM
eine CD aufgenommen. Eben diese CD präsentieren die beiden Musiker
heute und morgen im Goethe-Institut in der Omirou-Straße. Der
Eintritt kostet 25 Euro. Mitglieder der Klaviermeisterklasse haben
heute im Ethnikó Odeío einen Auftritt. Heute sind Konstantin Ganev
und Julia Ganeva an der Reihe. Das Kulturzentrum „Daís“ präsentiert
heute abend wieder junge Musiker zwischen 12 und 23 Jahren. Sie
spielen unter anderem Werke von Bach, Tschaikowsky, Chopin und
Debussy. Das „Dais“ befindet sich in der Mesogeion-Straße 151.
Tassos Christojannópoulos und Tatiána Zográfou interpretieren heute
im „Trianon“ Lieder unter der Begleitung von Klavier, Flöte und
Mandoline. Als Sprecherin fungiert Marina Psálti. Die Gruppe Rebét
Askér widmet den heutigen Abend im „Cafe Alábastron“ Liedern aus
Smyrna und Rembetika-Melodien. Das Cafe befindet sich in der
Damáreos-Straße 78 in Pangráti. Die berühmte Akrobatikgruppe Les
Arts Sauts begann vor kurzem ihre Aufführungen in Goudí. Neben
Akrobatik bietet die Truppe aber auch Musik, Gesang und Tanz. Die
Veranstaltung trägt den Titel „Ola Kalá“ und sie dauert bis zum 13.
März. Die feurige Truppe „Balagan“ tritt seit kurzem im Jálino
Dinner Theater in der Leofóros Syngroú 143 mit Musik und Akrobatik
auf. Für die Regie zeichnet Sebastiano Tom verantwortlich, bekannt
vom Tiger Lillies Circus. Die Vorstellungen von „Balagan“ dauern
bis zum 20. März.