Griechenland/Athen. Der zweitägige Besuch des griechischen
Außenministers Petros Molyviatis in der Türkei, der gestern begann,
war überschattet von einer Reihe von Verletzungen des griechischen
Luftraumes sowie der Hoheitsgewässer durch türkisches Militär.
Während Molyviatis und sein Amtskollege Abdullah Gül in Ankara über
vertrauensbildende Maßnahmen sprachen, flogen türkische Jäger in
der Nähe der Felseninseln Imia mehrere Einsätze, außerdem waren
zwei Schiffe der griechischen Küstenwache in der Region aktiv,
eines der beiden Schiffe drehte nach 27stündiger Präsenz erst heute
Vormittag in heimische Gewässer ab. Molyviatis und Gül
verständigten sich trotz dieser Vorfälle über die Einrichtung einer
Direkt-Leitung zwischen den Stäben der Luftwaffe Griechenlands und
der Türkei, um Zwischenfälle in der Ägäis zu vermeiden. Außerdem
beschloss man drei vertrauensbildende Maßnahmen.
Weitere
Gesprächsthemen waren der europäische Kurs der Türkei, die Lösung
des Zypernproblems sowie die Entwicklungen in der angrenzenden
Region. Während einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten beide
Politiker fest, dass sowohl in Athen als auch in Ankara der Wunsch
für einen bilateralen Dialog bestehe. Der Gast aus Griechenland
bemerkte, dass die Verbesserung der Beziehungen mit einigen
militärischen Aktivitäten in der Ägäis einhergehen müsse, die – so
der Minister wörtlich – „das Klima zwischen unseren Ländern negativ
beeinflussen“. Heute hat der griechische Außenminister ein Treffen
mit dem türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan.
Berufungsverhandlung gegen den österreichischen Karikaturisten
Haderer in Athen Griechenland/Athen. Der österreichische
Karikaturist Gerhard Haderer ist am 18. Januar 2005 in Athen wegen
angeblicher Religionslästerung in Abwesenheit zu sechs Monaten Haft
verurteilt worden. Stein des Anstoßes ist Haderers Karikaturen-Band
"Das Leben des Jesus". Heute nun findet in der griechischen
Hauptstadt die Berufungsverhandlung statt. Ein Sprecher des Athener
Erzbistums teilte heute Vormittag mit, dass das Urteil gegen
Haderer nach Ansicht der Kirche korrekt gewesen sei. UNO-Vorschlag
zur Lösung der Namensfrage ist für Athen eine „gute
Verhandlungsbasis“ Griechenland/Athen. Um die europäischen Partner
über die griechischen Positionen zur Lösung der Namensfrage mit der
früheren jugoslawischen Republik Mazedonien (Kurzbezeichnung:
FYROM) zu informieren, kündigte der Staatssekretär im griechischen
Außenministerium, Jannis Valinakis, Besuche in mehreren
Hauptstädten Europas an. Der Vorschlag von UNO-Vermittler Matthew
Niemetz sei eine gute Verhandlungsbasis, aber noch nicht die
endgültige Lösung, so der stellvertretende griechische
Regierungssprecher Evangelos Antonaros. Die Hoffnung, dass
Griechenland und die FYROM eine Lösung in der Namensfrage finden,
brachte auch der Europaverantwortliche für die gemeinsame Außen-
und Sicherheitspolitik, Javier Solana, zum Ausdruck. Vorangegangen
war ein Treffen mit dem Premier der FYROM, Vlado Butskovski,
gestern in Brüssel. Das Wetter Griechenland/Athen. Im Norden und
Westen Griechenlands kann es heute zu lokalen Gewittern und
Regenfällen kommen. Ansonsten dominiert heiteres Wetter. Im Laufe
des Tages wird jedoch eine Wetterverschlechterung eintreten. Im
Großraum Athen wehen schwache bis mäßige Südwinde; der Himmel über
Athen ist leicht bewölkt. Gegen Nachmittag und Abend werden sich
die Wolken jedoch verdichten und Niederschläge sind nicht
ausgeschlossen. Die Quecksilbersäule klettert heute im Stadtzentrum
auf 19 Grad Celsius. Für morgen erwarten die Meteorologen anfangs
unbeständiges Wetter, das sich jedoch schnell wieder bessern soll.
Kultur- und Ausgehtipps für Athen (13.4.05) Griechenland/Athen. Die
griechische Malerin Christina Kókkou zeigt seit heute ihre neuen
Arbeiten in der Galerie „Ersi“ in der Kleoménous-Straße 4 in
Dexamení (Athen). Die Ausstellung steht unter dem Titel „Love
Letters“ und dauert bis zum 23. April. Im Goethe-Institut Athen
wird noch bis 23. April eine Ausstellung unter dem Titel „East Side
Gallery – Berliner Graffiti im Zeichen der Wende“ gezeigt. Geöffnet
ist die Ausstellung von Montag bis Donnerstag von 9 bis 21 Uhr; am
Freitag von 9 bis 19 Uhr und am Samstag von 9 bis 13 Uhr. Im Neuen
Benaki-Museum in der Piräós-Straße 138 in Athen ist seit dieser
Woche der deutsche Künstler Gerd Knäpper zu Gast. Er zeigt in der
Schau seine Keramik-Arbeiten. Die Ausstellung ist von Montag bis
Sonntag von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die Ausstellung dauert bis zum
28. Mai. Im Athener Goethe-Institut in der Omírou-Straße wird heute
wieder diskutiert. Unter dem Titel „Fokus Medienrecht - Aktuelle
Herausforderungen der Presse- und Medienfreiheit in Europa“ startet
eine Veranstaltung um 19.00 Uhr. Die Diskussion leitet Professor
Dr. Ioannis Karakóstas. Und nun zur Musik Im Athener Megaron
Moussikís steht heute Abend ein Konzert mit dem Kamerata-Orchester
unter dem Dirigenten Philippe Entremont auf dem Programm. Am
Klavier sitzt Jannis Vakarélis Der Eintritt kostet zwischen 11 und
40 Euro. Liebhaber der Kirchenmusik sollten heute um 19.30 Uhr die
Anglikanische Kirche am Syntágma-Platz in Athen besuchen. Dort wird
Terence Charlston auf der Orgel spielen. Lieder aus dem östlichen
Mittelmeerraum stehen heute im Mittelpunkt eines Konzertes von
Manos Koutsangelídis im „Alli óchthi“. Das Lokal befindet sich in
der Artémonos-Straße 9 im Athener Vorort Neos Kosmos. Im „Odeíon
Filíppos Nákkas“ in der Athener Ippokrátous-Straße steht heute
Abend das Cello-Quartett „Lidar“ auf der Bühne. Das Konzert beginnt
um 20.30 Uhr. Rock- und Funk-Klänge werden heute Abend im „Ston
Aéra“ auf dem zentralen Platz im westlichen Athener Vorort
Petroupolis erklingen. Für heiße Rhythmen wird dort die Gruppe
Balance sorgen. Wie fast jede Woche hat auch heute das „Palenque“
in Athen wieder eine Latin Fiesta auf dem Programm. Als Dj fungiert
der Grieche Vassílis Stamatíou. Flamenco-Rhythmen hat bis Sonntag
das „Kafethéatro“ in der Kodriktónos-Straße in der griechischen
Hauptstadt auf dem Programm. Es spielt Jorgos Kontojánnis. Das
meistgespielte und wohl bekannteste Musical der Welt wird noch bis
zum 24. April in der olympischen Badminton-Halle im Athener
Stadtteil Goudí aufgeführt. Es handelt sich um „Cats“ von Andrew
Lloyd Webber. Der Eintritt kostet zwischen 30 und 65 Euro.