Die öffentliche Hand wird die soziale Zusatzkasse der
Bankangestellten nicht unterstützen. Wie Wirtschafts- und
Finanzminister Jorgos Alogoskoufis feststellte, müssten die Banken
die Finanzierungslast allein tragen. Damit distanzierte sich
Alogoskoufis von früheren Darstellungen, wonach die öffentliche
Hand einen Teil der Kosten für die Sozialfonds übernehmen sollte.
Hinter dem plötzlichen Meinungsumschwung verbergen sich Proteste
der Wettbewerbskommission in Brüssel. Mit der Frage der
Sozialversicherung für die Bankangestellten beschäftigt sich heute
auch das Regierungskabinett.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu
verleihen, streiken die Bankangestellten bereits seit gestern. 7,5
Prozent mehr Touristen erwartet Eine Zunahme der Touristen um 7,5
Prozent auf 13,5 Millionen erwartet die Griechische Nationalbank
für dieses Jahr. Für das kommende Jahr rechnen die Analysten gar
mit 14 Mio. Ankünften. Ausschlaggebend für diese Zunahme der
Touristen sei vor allem eine massive Werbkampagne. Außerdem habe
sich auch die Durchführung der Olympischen Spiele positiv
ausgewirkt. Ex-PASOK-Minister Arsenis beriet sich mit Premier
Karamanlis Ein 45-minütiges Treffen hatte gestern Abend der frühere
PASOK-Minister Gerassimos Arsenis mit Premier Kostas Karamanlis.
Arsenis erklärte nach dem Treffen, dass er dem Premier einige
„Überlegungen zur Kenntnis gebracht“ habe. Außerdem, so Arsenis
habe er dem Premier einen „umfassenden Plan“ für künftige
politische Entscheidungen vorgelegt. Er habe dabei auf „Ideen und
Erfahrungen“ jener Länder zurückgegriffen, in denen er gelebt habe.
Karamanlis habe insgesamt sehr positiv reagiert. Das Gerücht, dass
er eventuell ein Amt in der Regierung der Nea Dimokratia anstreben
könne, wurde von Arsenis umgehend dementiert. Übereinstimmende
Positionen zwischen Athen und Wien Gemeinsame Positionen zur Frage
der Europäischen Verfassung vertraten der griechische
Staatspräsident Karolos Papoúlias und sein österreichischer
Amtskollege Heinz Fischer. Papoúlias hält sich derzeit zu einem
offiziellen Besuch in Wien auf. Er verwies darauf, dass das „Nein“
der Franzosen und Holländer sorgfältig analysiert werden müsse.
Außerdem betonte das griechische Staatsoberhaupt, dass alle
Reformen beim EU-Haushalt oder im wirtschaftlichen Bereich den
sozial Schwachen zugute kommen müssten, damit die Konvergenz in der
Union vorankomme. Schließlich hoben beide Staatsoberhäupter auch
die gute Zusammenarbeit auf dem Balkan hervor. In Wien traf
Papoulias auch mit dem österreichischen Bundeskanzler Wolfgang
Schüssel zusammen. Mysteriöser Tod von fünf Senioren Der Tod von
fünf älteren Menschen zwischen dem 2. und dem 10. Juni in einem
Heim für Schwerstkranke beschäftigt derzeit die griechische
Öffentlichkeit. Außerdem wurde in dem Heim bei 37 Angestellten und
bei 55 Patienten eine Magenvergiftung registriert. Es kann nicht
ausgeschlossen werden, dass eine verseuchte Partie Schinken, in der
der Stoff Listeria festgestellt wurde, mit den fünf Todesfällen
zusammenhängt. Das Gesundheitsministerium stellte jedoch klar, dass
die fünf Patienten eines natürlichen Todes gestorben seien. Die
Lebensmittelbehörde hat nun Untersuchungen bei den verdächtigen
Schinkenprodukten begonnen. Die gefährliche Substanz Listeria kann
unter Umständen einen Gehirnschlag auslösen. Die Samina-Tragödie
wurde wieder lebendig Fast fünf Jahre nach dem tragischen
Schiffsunglück vor der Kykladen-Insel Paros, bei der 81 Menschen
ums Leben gekommen sind, wurden die schrecklichen Erinnerungen an
das Unglück wieder wach. Derzeit läuft der Prozess gegen die
verantwortliche Besatzung sowie gegen die Betreibergesellschaft der
„Samina“-Fähre. Vor dem Gericht sagten fünf Überlebende des
Schiffsunterganges aus. Alle Zeugen stellten übereinstimmend fest,
dass ihnen von der Schiffsmannschaft nach der Kollision mit der
Felseninsel Portes keinerlei Hilfe zuteil wurde. Weder seien über
Lautsprecher Anleitungen gegeben worden noch habe die Crew
Anweisungen erteilt, wie die Passagiere sich verhalten sollten.
Nach dem Zusammenstoß mit der Felseninsel habe einzig Panik
geherrscht, so die Zeugen. Und nun noch das Wetter Im gesamten
Landesgebiet herrscht heute wieder heiteres Wetter. Die
Temperaturen steigen weiter leicht an; vor allem auf den Ionischen
Inseln und auf dem Festland. Gleichzeitig nehmen die Nordwinde an
Stärke zu. Im Großraum Athen herrscht ebenfalls schönes Wetter, und
am Himmel über Athen sind kaum Wolken zu sehen. Die Winde wehen
schwach aus nördlicher Richtung; im Osten mäßig. Im Stadtzentrum
bewegt sich die Quecksilbersäule heute zwischen 17 und 29 Grad
Celsius. Auch für morgen sagen die Meteorologen unverändert schönes
Wetter voraus. Das Ambiente Informationen zur Kultur Heute gibt es
auf dem Lykabéttos-Hügel wieder griechische Musik zu hören. Im
Mittelpunkt stehen die sogenannten Dimotiká-Lieder. Mit dabei sind
unter anderem Jorgos Kóros, Tassía Véra und Marisa Koch. Umrahmt
wird die musikalische Veranstaltung von Tanzgruppen. Der Eintritt
ist frei. Im „Baraki tou Vassíli“ in Kolonaki hat heute Abend die
Sängerin Alexandra einen Auftritt. Beginn der Veranstaltung ist
22.30 Uhr. Und noch einige Tipps für morgen: Morgen Mittwoch jährt
sich zum 11. Mal der Todestag des einzigartigen griechischen
Komponisten Mános Chatzidákis. Aus diesem Anlass gibt das Orchester
der Farben ein Konzert im Megaron Moussikis. Gespielt werden
ausschließlich Werke des Verstorbenen. Der Eintritt kostet zwischen
9 und 30 Euro. Im „Beach Volley Stadion“ in Faliro startet morgen
ein Rock- und Popfestival mit griechischer und ausländischer
Beteiligung. Morgen Mittwoch treten die Queens of the Stone Age mit
Rock-Musik auf. In den kommenden Tagen folgen Megadeth am 17. Juni
und am 18. Juni die legendäre deutsche Band Kraftwerk. Insgesamt
dauert das Festival bis zum 13. Juli. Der Weltstar der Opernszene
Placido Domingo wird morgen im Herodes-Attikus-Theater Ausschnitte
aus Opern und Musicals singen. Mit ihm auf der Bühne steht Veronika
Vilaroel; begleitet werden die beiden vom Staatsorchester von
Thessaloniki. Der Eintritt kostet zwischen 70 und satteb 200 Euro.
Und noch ein Blick in die Galerien Im Kunstsaal Athen, dem
„Äthoussa Technis Athinón“, in Dexamení läuft derzeit eine einer
Gruppenausstellung. Gezeigt werden unter dem Titel „Sommer 2005“
unter anderem Lithographien von Engonópoulos, Tsaroúchis und
Stámos. Die Ausstellung dauert bis zum 15. September. In der
Nationalpinakothek in der Vassiléos Konstantinou-Straße werden
Werke des international bekannten griechischen Künstlers Loukás
Samarás präsentiert. Die Ausstellung steht unter dem Titel
„Abenteuer des Ich“. Die meisten der gezeigten Arbeiten stammen aus
amerikanischen Museen. Die Ausstellung dauert bis zum 30. Juni. Der
bekannte griechische Künstler Tákis stellt derzeit in der Galerie
„Maihalákias Arts“ in Kifissiá aus. Die Ausstellung dauert bis zum
30. Juni. Zur Zeit läuft eine Keramik-Ausstellung von Monique
Mailloux und Stélios Gikas in der Galerie „Millefiori Art Space“.
Die Galerie befindet sich in der Charítou-Straße. Die Ausstellung
dauert bis zum 30. Juni. Unter dem Titel „Meine Bilder“ stellt seit
kurzem der Maler Jannis Adamákis seine neusten Arbeiten in der
Galerie „Zoumbouláki“ in Kolonáki aus. Die Ausstellung dauert bis
zum 2. Juli.