Ein Generalstreik führte heute in Griechenland zu schweren
Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens. Am Streik beteiligten
sich sowohl der Gewerkschaftsbund GSEE als die Angestellten der
staatlichen Betriebe (DEKO). Die Angestellten des öffentlichen
Dienstes (ADEDY) legten ihre Arbeit für drei bzw. vier Stunden
nieder. Dadurch, dass sich auch die Mitarbeiter des öffentlichen
Nahverkehrs beteiligten, kam es vielerorts zu Verkehrschaos.
Angeschlossen hat sich dem Streik auch die griechische
Eisenbahngesellschaft OSE; mehrere Zugverbindungen mussten
gestrichen werden. Stornierungen gab es ebenfalls bei Olympic
Airlines; gewährleistet wurde lediglich ein Flug pro Reiseziel.
Insgesamt sollen rund 150 Flüge ausgefallen sein. Viele Urlauber
mussten ihre Reisepläne deshalb verschieben. Geschlossen blieben
die Frachthäfen des Landes. Die Hafenarbeiter haben noch mehrere
24-Stunden-Streiks bis zum 1. Juli angekündigt. Die staatlichen
Krankenhäuser behandelten in der Zeit von 10.00 Uhr bis 13.00
lediglich Notfälle. Beteiligt an der Arbeitsniederlegung haben sich
auch die Banken des Landes, die bereits seit über 10 Tagen
bestreikt werden. Die Gewerkschaft der Bankangestellten OTOE
kündigte für kommenden Montag und Dienstag eine Verlängerung des
Streiks an. Aufgrund des Streiks verschob außerdem das
Bildungsministerium die für heute angesetzten Deutschprüfungen um
eine halbe Stunde. Angeschlossen haben sich dem Streik auch die
Journalisten des Landes. Die kommunistische Gewerkschaft PAME
führte um 10.00 Uhr auf dem Athener Kaningos Platz eine Kundgebung
durch, 10.30 Uhr hatten GSEE und ADEDY eine weitere Versammlung am
Athener Syntagmaplatz organisiert. Mit dem Generalstreik
protestieren die Gewerkschafter gegen die Ziele der Regierung,
Veränderungen am System der Sozialversicherung herbeizuführen sowie
Privatisierungen staatlicher Unternehmen einzuleiten.