Griechenland / Athen. Zu schweren Ausschreitungen kam es gestern
Mittag während und nach der Protestkundgebung gegen das neue
Rahmengesetz im Erziehungswesen. Vermummte Jugendliche griffen am
Athener Syntagmaplatz Sondereinheiten der Polizei (MAT) mit Stöcken
und Molotowcocktails an. Sie hatten sich unter die mehr als 10.000
Demonstranten des Protestmarsches gemischt.
Die Polizei antwortete
mit Tränengas und nahm eine Person fest. Drei Polizisten wurden
während der Zusammenstöße leicht verletzt. Zwei Bankfilialen und
Verkehrskameras erlitten leichte Schäden. Am Nachmittag kam es vor
dem Polytechnikum an der Patissionstraße zu weiteren Zusammenstößen
zwischen Vermummten und der Polizei. Ein Geschäft ging in Flammen
auf, PKW wurden beschädigt. Auch hier setzten die Ordnungskräfte
Tränengas ein. Nach dem Ende dieser Ausschreitungen wurde ein
Protestmarsch zur Generaldirektion der Polizei an der Leoforos
Alexandras Avenue durchgeführt. Die Demonstranten verlangten die
Freilassung des mittags festgenommenen Studenten. Unterdessen steht
das Wintersemester davor, verloren zu gehen. Am gestrigen
Donnerstag wurde die Fortführung der Besetzung von
Universitätsfakultäten beschlossen. Über 300 Fakultäten sind davon
betroffen. Der Hochschullehrerverband POSDEP wird sich heute
entscheiden, ob die Proteste seitens der Pädagogen fortgeführt
werden.