Schleppender Fortgang des Prozesses gegen Neofaschisten Tagesthema

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Schleppender Fortgang des Prozesses gegen Neofaschisten

Die Rechtsanwälte Griechenlands werden weiterhin bis zum 6. Juni ihrer Arbeit fern bleiben. Das hat am Dienstag der Koordinationsausschuss der Verbände der Rechtsanwälte des Landes beschlossen. Die Advokaten befinden sich bereits seit fünf Monaten im Ausstand. Daher konnten an die 350.000 Fälle nicht verhandelt werden.
Ausgenommen vom Streik wurden Rechtsanwälte, die sich mit dem Fall der faschistischen Partei Chryssi Avgi (CA) befassen. Sie haben eine Ausnahmegenehmigung von ihrem Verband erhalten. Zuletzt hatten sie in Sachen CA vor knapp fünf Monaten getagt. Allerdings haben die Verteidiger der Angeklagten für weitere Verzögerungen gesorgt: Sie fordern die Ausnahmegenehmigung in schriftlicher Form.


Von den 68 Angeklagten der Neofaschisten sind am Mittwoch schließlich nur sechs erschienen. Abwesend ist auch einer der Hauptverdächtigen gewesen: Jorgos Roupakias. Er hatte im September 2013 den Musiker Pavlos Fyssas erstochen und diese Tat auch gestanden. Er dementiert jedoch einen direkten Zusammenhang mit der CA: Er sei lediglich ein Anhänger und kein Mitglied der Partei gewesen, gab er zu Protokoll. Der Mörder sitzt seit Februar unter Auflagen im Hausarrest, weil die Frist für eine Untersuchungshaft abgelaufen ist.  
Was die Mitglieder der Parteiführung der CA betrifft, so wird ihnen u. a. die Gründung bzw. Leitung einer kriminellen Organisation vorgeworfen. Auch für sie ist die Untersuchungshaft abgelaufen. Sie sitzen unter Auflagen ebenfalls in Hausarrest.
(Griechenland Zeitung / eh; Foto: © Eurokinissi)

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