Wilder Westen in Athen – Schüsse und ein Toter am Omonia-Platz Tagesthema

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Wilder Westen in Athen – Schüsse und ein Toter am Omonia-Platz

Das Zentrum Athens erinnerte am späten Mittwochnachmittag kurzzeitig an Szenen aus einem Western – allerdings mit einem sehr tragischen Ende. Ein Mann ist einer Schussverletzung erlegen, zwei weitere Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen an den Beinen. Der Täter konnte entkommen, die Polizei führt Ermittlungen durch. Ausgangspunkt für den Mord war ein Bekleidungsgeschäft, wo der Täter eine Verkäuferin belästigt haben soll. Diese rief den Besitzer des Ladens zu Hilfe, es kam zunächst zu verbalen Auseinandersetzungen. Der Mann entfernte sich, kam aber kurz darauf mit einer geladenen Waffe zurück, bei den anschließenden Auseinandersetzungen feuerte er mehrere Schüsse ab, zum Teil auf zufällig anwesende Passanten.

Oppositionsführer Kyriakos Mitsotakis von der konservativen Nea Dimokratia (ND) versuchte, dem Vorfall eine politische Bedeutung zu geben. Noch am selben Abend stattete er dem Omonia Platz und der angrenzenden Umgebung einen Besuch ab. Er informierte sich dort u. a. bei einer Einsatzgruppe der Bereitschaftspolizei MAT und bei Busfahrern über die alltäglichen Probleme im Zentrum der Hauptstadt. Anschließend besuchte der Konservative ein in der Nähe befindliches „Kafenion“, ein typisches Nachbarschaftscafé (s. Foto, Bildmitte; 4. v.l.). Vor den Anwesenden brachte er die Einschätzung zum Ausdruck, dass die Bürger in dieser Gegend „Geisel von Gruppen der ‚Bekannten-Unbekannten‘“ seien. Diese Gruppierungen könnten aufgrund fehlender politischer Bereitschaft im Athener Zentrum ihr Unwesen treiben. Es sei unverständlich, dass „ganze Nachbarschaften Athens in einem eigentümlichen System des Ausgeschlossenseins“ leben müssten. Die betreffenden Bürger würden „täglich spüren, dass ihre eigene Sicherheit und ihr Hab und Gut in Gefahr sind“, so die Einschätzung des konservativen Oppositionsführers.
(Griechenland Zeitung / eh, Foto: © Eurokinissi)

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