IWF-Chefin ist gegen Schuldenschnitt für Griechenland Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand Ende Juni 2015 in Brüssel während eines EU-Gipfeltreffens zur Griechenland Rettung. Links im Bild die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, daneben die IWF-Chefin Christine Lagarde. Ebenfalls mit von der Partie: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und ganz rechts der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand Ende Juni 2015 in Brüssel während eines EU-Gipfeltreffens zur Griechenland Rettung. Links im Bild die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, daneben die IWF-Chefin Christine Lagarde. Ebenfalls mit von der Partie: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und ganz rechts der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Mittwoch mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde getroffen. Über die konkreten Themenbereiche ihrer Unterredungen gibt es zwar keine öffentliche Stellungnahme; Beobachter gehen aber davon aus, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise in Griechenland Hauptthema gewesen ist.


Dafür spricht etwa auch ein Interview, dass Lagarde nach dem Gespräch mit Merkel, dem öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehsender ARD gegeben hat. Darin schloss die IWF-Chefin zu diesem Zeitpunkt einen Schuldenerlass für Griechenland aus. Damit ist sie auch den offiziellen Ansichten der deutschen Seite näher gekommen. Vielmehr setzte sich die Französin für die Durchsetzung weiterer Reformen in Griechenland ein. Diese betreffen in erster Linie die Zurücksetzung der Ausgaben im Rentenbereich sowie Reformen bei der Einkommenssteuer.
Sollte Athen stärkeren Reformwillen zeigen, so schlug Lagarde statt eines Schuldenschnitts „längere Kreditlaufzeiten und Zinserleichterungen“ vor. Konkrete Einzelhalten müssten jedoch noch festgelegt werden. Ob sich der IWF am dritten Rettungsprogramm Griechenlands beteiligen wird, ließ die Französin weiterhin offen.  
Die Notwendigkeit von mehr Reformen hat am Mittwoch auch der Gouverneur der Bank von Griechenland Jannis Stournaras erläutert. Unterdessen sah sich das Büro des Ministerpräsidenten dazu veranlasst, Gerüchte zu dementieren, wonach es innerpolitische Probleme im Regierungslager gäbe.
Der Vorsitzende der „Europäischen Linken“ (Die Linke) Gregor Gysi hat gegenüber der griechischen Nachrichtenagentur „APE-MPE“ eingeschätzt, dass die Eurozone durch einen Austritt Griechenlands gespalten würde. (Griechenland Zeitung / eh)



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