Anschlag auf Geschäft des konservativen Politikers Georgiadis Tagesthema

Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt Adonis Georgiadis im Parlament. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt Adonis Georgiadis im Parlament.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben Unbekannte einen Anschlag mit Gaskartuschen auf die Buchhandlung des Vizepräsidenten der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) Adonis Georgiadis im Athener Vororort Kifissia verübt. Es entstand leichter Sachschaden an der Fassade des Gebäudes.

Die Polizei musste jedoch kurzzeitig die Kifissias-Avenue, an der sich die Buchhandlung von Georgiadis befindet, für den Verkehr sperren. Von acht deponierten Gaskartuschen sind lediglich drei explodiert. Vorangegangen war gegen 2.20 Uhr eine Warnung vor dem Anschlag per Telefonat, die beim Nachrichtenportal zougla.gr einging.
Über die Sozialen Medien versuchte der Konservative anschließend die Regierungspartei SYRIZA direkt verantwortlich für den Anschlag zu machen. Er schrieb: „Mitglieder der Regierungspartei SYRIZA werfen Schlamm auf mich. Die Antiautoritären deponieren bei mir Bomben. Allem Anschein nach störe ich.“
Georgiadis hat in der Vergangenheit bereits als Minister für Handelsmarine sowie Gesundheit fungiert. Er gilt als Freund der Spar- und Reformprogramme (Memorandum), die Athen im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise im Frühling 2010 mit den internationalen Geldgebern geschnürt hat. Zuvor ist er Mitglied der patriotischen bzw. rechts-konservativen Partei LAOS gewesen. Aus dieser ist er im Jahr 2012 ausgetreten, weil sie sich gegen das erste Memorandum gestellt hatte. Anschließend wurde er bei der ND aufgenommen, deren erster stellvertretender Vorsitzender er ist. Bis November 2015 war er Fraktionsvorsitzender.
Georgiadis ist neben seiner politischen Tätigkeit Besitzer eines Buchverlages. Wie er in seinem Lebenslauf erörtert, habe dieser unter seiner Aufsicht etwa 1.000 Bücher herausgegeben. Sie alle beschäftigen sich mit dem Thema Griechentum sowie Übersetzungen antiker und byzantinischer Schriftsteller ins Neugriechische. Georgiadis, von Haus aus Historiker, hat selbst drei Bücher geschrieben: über Münzen im antiken Griechenland, über die Homophilie in der Antike sowie über die Eroberung Konstantinopels. Er moderierte auch Fernsehsendungen, in denen er eigene Bücher, aber auch Bücher anderer Verlage vorgestellt hatte. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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