Frischer Wind für die Lösung der Namensfrage Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Außenminister Nikos Kotzias (r.) mit seinem Amtskollegen aus Skopje, Nikola Dimitrov. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Außenminister Nikos Kotzias (r.) mit seinem Amtskollegen aus Skopje, Nikola Dimitrov.

In Athen beriet sich Außenminister Nikos Kotzias am Mittwoch mit seinem Amtskollegen aus der Früheren Jugoslawischen Republik Mazedonien (FYROM), Nikola Dimitrov.

Kotzias unterstützte das Ziel des Nachbarlandes, Mitglied in der NATO und in der Europäischen Union zu werden. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass man eine Kompromisslösung in der Namensfrage finde. Der griechische Minister kündigte an, dass er Ende August nach Skopje reisen werde, um das Thema zu forcieren. In den geführten Gesprächen sei deutlich geworden, dass beiden Seiten Dialogbereitschaft und eine demokratische Auffassung an den Tag legen. Das sei „die beste Garantie dafür, dass wir eine Lösung finden“. Zwar sei noch keines der Probleme gelöst, aber es herrsche eine „gute Atmosphäre“, betonte Kotzias. Dies wiederum sei die Voraussetzung für eine Einigung. Zudem stellte er fest, dass sich Griechenland uneingeschränkt für die territoriale Souveränität des Nachbarstaates einsetze und für seine Stabilität. Dimitrov hatte während seines Aufenthaltes in Athen auch eine Unterredung mit dem griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos, bei der auch Kotzias anwesend war.
Die unterschiedlichen Ansichten über den offiziellen Namen für das Nachbarland belasten seit Anfang der 90er Jahre das Verhältnis zwischen Athen und Skopje.
Während das Land am Vardar in seiner Verfassung den Namen „Mazedonien“ führt, ist der UNO-Sprachgebrauch FYROM. Griechenland befürchtet hinter dem Staatsnamen Mazedonien vor allem irredentistische Ansprüche auf die gleichnamige Region in Griechenland – dem Kerngebiet des großen Königs der Makedonier Philipp II, dessen Sohn Alexander schließlich die damals bekannte Welt eroberte und in auch in völlig unbekannte Länder vorstieß, wie etwa das heutige Afghanistan oder Indien.

(Griechenland Zeitung / jh)

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