Ankaras Ministerpräsident besucht Athen und Thrakien Tagesthema

Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Ministerpräsident Alexis Tsipras (r.) gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus Ankara Binali Yildirim. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Ministerpräsident Alexis Tsipras (r.) gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus Ankara Binali Yildirim.

Am Montag und Dienstag stattet der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim Griechenland einen Besuch ab. In der Hauptstadt Athen traf er sich u. a. mit seinem Amtskollegen Alexis Tsipras (s. Foto). Auch eine Begegnung mit Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos steht auf dem Programm.


Ganz oben auf der Gesprächsliste steht die Zypernfrage. Diese soll am 28. Juni erneut in der Schweiz erörtert werden. Daran beteiligen werden sich die griechisch-zyprische sowie die türkisch-zyprische Seite, Griechenland, die Türkei, die Vereinten Nationen und Großbritannien. Letzteres verfügt über Stützpunkte auf Zypern. Der britische Botschafter in Ankara Richard Moore erklärte gegenüber der türkischen Zeitung Hürriyet, dass London bereit sei, einen Teil dieser Stützpunkte abzugeben, um damit eine Lösung der seit 1974 existierenden Zypernfrage zu erleichtern.  
Was den türkischen Premier Yildirim betrifft, so wird dieser auf seiner Griechenlandreise von seinen Ministern für Inneres, Transport und Energie begleitet.
Während der Unterredungen in Griechenland stehen Kooperationen in den Bereichen Wirtschaft und Handel, die Flüchtlingskrise und Energiefragen im Mittelpunkt. Dabei geht es auch um die Trans-Adriatische-Pipeline (TAP) und die Gaspipeline Turkish Stream. Weitere Gesprächspunkte sind der Tourismus und die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei.  
Ansprechen dürfte die türkische Delegation auch die Auslieferung von acht türkischen Militärangehörigen, die nach dem Putschversuch im vorigen Sommer in Griechenland um Asyl ersucht hatten. Ankara fordert nach wie vor deren Auslieferung. Die griechische Justiz verweigert dies mit dem Hinweis darauf, dass die Betreffenden im Falle einer Auslieferung um ihre körperliche Unversehrtheit bzw. auch um ihr Leben fürchten müssten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnet die Militärs hingegen als Terroristen, die ausgeliefert werden müssten.
Im Anschluss seines Athen-Besuches wird Yildirim weiter in die nordgriechische Region Thrakien reisen. Dort lebt eine muslimische Minderheit. Ein großer Teil spricht Türkisch bzw. türkische Dialekte. Anakara versuchte in der Vergangenheit wiederholt, diese Minderheit für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

Elisa Hübel

 

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