Obszönes Titelblatt in griechischer Zeitung heftig kritisiert

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Journalisten und Herausgeber der Zeitung „Makelio“ Stefanos Chios. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Journalisten und Herausgeber der Zeitung „Makelio“ Stefanos Chios.

Die Zeitung „Makelio“ – zu Deutsch „Metzgerei“, aber auch „Gemetzel“ – sorgte mit ihrem Wochenendtitelblatt direkt nach dem internationalen Tag der Frau am Freitag (8.3.) für Schlagzeilen in Hellas.

Auf dem Titelbild sind acht weibliche Regierungsmitglieder sowie die Lebensgefährtin von Ministerpräsident Alexis Tsipras abgebildet, die als „Huren des Premiers“ beschrieben werden. Der Europaparlamentarier der Regierungspartei SYRIZA Dimitris Papadimoulis sprach von einer „faschistischen Obszönität“, die strafrechtlich, politisch und gesellschaftlich geahndet werden müsse. Er sandte u. a. ein Schreiben an den Präsidenten des Europäischen Parlaments Antonio Tajani sowie an den Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker mit dem Antrag, dass sich das Europäisches Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung mit dem Fall beschäftigen müsse.
Aus den Reihen von SYRIZA war die Rede von einem Symptom des Vulgarisierens durch den Journalismus und in der politischen Kontroverse. Die konservative Oppositionspartei ND stellte fest, dass in diesem Fall bereits die Justiz hätte einschreiten müssen. „Makelio“ zählt nicht gerade zu Griechenlands Qualitätsmedien, allerdings hat Herausgeber Stefanos Chios ein durchaus treues Lesepublikum. (Griechenland Zeitung / eh)

 

 

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