Debatte über Reparationsforderungen im griechischen Parlament Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) entstand am Mittwoch (17.4.) im griechischen Parlament. Unser Foto (© Eurokinissi) entstand am Mittwoch (17.4.) im griechischen Parlament.

Im Parlament in Athen beginnt am Mittwoch (17.4.) eine Debatte über griechische Reparationsforderungen an Deutschland, u. a. für Kriegsverbrechen und Schäden, die von deutschen Besatzungstruppen während des Zweiten Weltkriegs verursacht wurden.

Dazu zählt auch die Rückzahlung eines Zwangskredites bzw. einer „Besatzungsanleihe“. Zu Wort melden werden sich die Vorsitzenden der Parteien, die im Parlament vertreten sind sowie zahlreiche der 300 Abgeordneten. Parlamentspräsident Nikos Voutsis sprach von einem „historischen Moment“. Nach dem Abschluss der Debatte werde das Parlament eine Verbalnote an die deutsche Bundesregierung senden. Darüber informiert werden müssten anschließend das Europaparlament sowie die Vertretungen aller EU-Mitgliedsstaaten. Die griechischen Forderungen seien „nicht auf Eis gelegt worden“; vielmehr handle es sich um eine „ethische, politische und historische Verpflichtung“, so Voutsis. Man habe dieses Thema lediglich im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht weiter verfolgt, weil Athen nicht wollte, dass die Forderungen Griechenlands eventuell mit der Tilgung der griechischen Staatsschulden hätten in Verbindung gebracht werden können.
Was die Entschädigungsforderungen an die deutsche Seite betrifft, so spreche man auf Basis der Pariser Verträge aus dem Jahre 1954 von einer Summe von 309 Milliarden Euro. Auf Basis von Archivmaterial, das von einer griechischen Expertengruppe zusammengetragen worden ist, belaufen sich die Forderungen Athens auf 270 Milliarden Euro. (Griechenland Zeitung/eh)

 

 

 

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