Politiker erinnern an Genozid an den Pontosgriechen

Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden am Sonntag (20.5.) vor dem Parlament in Athen. Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden am Sonntag (20.5.) vor dem Parlament in Athen.

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde das Gebäude des griechischen Parlaments in den Farben rot und schwarz beleuchtet. Damit sollte des Genozids an den Pontosgriechen (1914-1923) gedacht werden; der 19. Mai ist der Tag der Erinnerung an die Ermordung von 353.000 Griechen, die an der türkischen Schwarzmeerküste siedelten, durch die sogenannten „Jungtürken“ im zerfallenden Osmanischen Reich.

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Ministerpräsident Alexis Tsipras sprach in der nordgriechischen Metropole Thessaloniki von einem „wichtigen Tag für das Griechentum“. Es sei eine Pflicht, „die Erinnerung an und das Wissen über die Geschichte in eine treibende Kraft für die Zukunft umzuwandeln“. Griechenland fordere die Anerkennung des Genozids nicht etwa, um sich an der Türkei zu rächen; vielmehr strebe man Gerechtigkeit an, so der Premierminister. Nicht zuletzt kündigte er die Gründung einer politischen Kommission an, deren Ziel eine stetige Erinnerung an den Anfang des 20. Jahrhunderts verübten Genozid sein soll. Vorangetrieben werden sollen dadurch auch Gründungen entsprechender Museen in Athen und Thessaloniki.

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Oppositionschef Kyriakos Mitsotakis von der konservativen Nea Dimokratia (ND) sprach von einer „Schwarzen Seite der Geschichte“. Es handle sich um eins der fürchterlichsten Verbrechen des vorigen Jahrhunderts. Zudem sprach er von einer „tiefen Wunde im gemeinschaftlichen Gedächtnis“.
Die Vorsitzende der Bewegung der Veränderung Fofi Gennimata schlug ihrerseits sogar die Einrichtung einer internationalen Kommission für die Anerkennung des Genozids an den Pontiern vor.
Sonntagabend wurde unterdessen eine Demonstration in Richtung des türkischen Konsulats in Thessaloniki durchgeführt. Das Konsulats-Gebäude ist das Geburtshaus des Begründers der Republik Türkei Mustafa Kemal Atatürk. (Griechenland Zeitung / eh)

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