Langjährige Haftstrafen in der Siemens-Affäre

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Ein griechisches Berufungsgericht hat am Montag hochrangige frühere Mitarbeiter von Siemens Hellas, aber auch des deutschen Mutterkonzerns zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, darunter ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende in Griechenland Michalis Christoforakos.

Sein Urteil lautete auf fünfzehn Jahre Freiheitsentzug. Der Deutsch-Grieche kann allerdings von der Justiz nicht belangt werden, da er sich nach Deutschland abgesetzt hat, wo er bereits verurteilt wurde. Christos Karavelas, ein weiterer früherer Siemens-Funktionsträger, ist untergetaucht. Auch er erhielt fünfzehn Jahre Haft.
Weitere Freiheitsstrafen wurden gegen Führungskräfte des staatlichen Telekommunikationsunternehmens OTE, gegen hochrangige Bankangestellte und Unternehmer verhängt.
Das Gericht muss noch entscheiden, ob die Strafen auf Bewährung ausgesetzt werden, oder ob die Verurteilten tatsächlich hinter Gitter müssen. Verurteilt wurden sie vor allem wegen Geldwäsche; der ursprünglich ebenfalls erhobene Vorwurf der Bestechung ist mittlerweile verjährt.
Hintergrund für den Prozess ist ein 1997 unterzeichneter Vertrag zwischen dem griechischen Staat und Siemens, der die Digitalisierung der damaligen staatlichen griechischen Fernmeldegesellschaft OTE betraf. Den Erkenntnissen der Justiz zufolge hatte man bei Siemens-Hellas eine Schmiergeldkasse eingerichtet, um lukrative Aufträge zu erhalten. Der Prozess läuft bereits seit drei Jahren. Insgesamt ist die griechische Justiz seit mittlerweile 14 Jahren mit der Aufarbeitung der Affäre beschäftigt. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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