Griechische Parteien: Gemeinsam gegen den Menschenhandel

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Unser Foto (© Eurokinissi) stammt von einer früheren Veranstaltung gegen den Menschenhandel in Athen. Unser Foto (© Eurokinissi) stammt von einer früheren Veranstaltung gegen den Menschenhandel in Athen.

Der Kampf gegen den Menschenhandel muss verstärkt und diese Art der Ausbeutung von Menschen gestoppt werden. Darin waren sich Vertreter der griechischen Parteien, darunter auch Regierungschef Kyriakos Mitsotakis, auf einer Sondersitzung des Ständigen Ausschusses für soziale Angelegenheiten am Donnerstag einig. Anlass war der Internationale Tag gegen den Menschenhandel (30.7.).

Staatspräsidentin Katerina Sakellaropoulou betonte, dass „unsere Gleichgültigkeit und Ignoranz die skrupelloseste Heuchelei darstellt – nicht nur gegenüber dem Leben dieser Menschen, sondern auch gegenüber unserer eigenen Freiheit“. Unter Berufung auf internationale Organisationen verwies Sakellaropoulou darauf, dass es derzeit weltweit etwa 27 Millionen moderne Sklaven gebe. Gleichzeitig sei die Zahl der verfolgten und verurteilten Menschenhändler jedoch äußerst gering. Das strategische Ziel der Europäischen Kommission, der gegenwärtigen „Kultur der Straflosigkeit“ entschlossener zu begegnen, müsse daher vehement unterstützt werden. Ihre Rede schloss sie mit einem Zitat von Martin Luther King: „Am Ende werden wir uns nicht an die Worte unserer Feinde erinnern, sondern an das Schweigen unserer Freunde.“

Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) Dimitris Koutsoumbas hob hervor, dass der Menschenhandel nach dem Drogenhandel und Waffenschmuggel das drittgrößte organisierte Verbrechen der Welt und eine „vulgäre Form der Ausbeutung von Menschen“ sei. Um Opfer des Menschenhandels zu unterstützen und diese Art des modernen Sklavenhandels zu verhindern, bedürfe es großzügiger staatlicher Investitionen. Ähnliche Töne schlug die Präsidentin der sozialdemokratischen Bewegung für Veränderung Fofi Gennimata an. Sie drängte auf einen kreativen Dialog und zu Sofortmaßnahmen, u. a. zur „Bekämpfung krimineller Netzwerke, der Schaffung eines wirksamen Sicherheitsnetzes für Opfer, die Förderung der sozialen Integration von Flüchtlingen und legalen Einwanderern.“ Der internationale Tag gegen den Menschenhandel sei Erinnerung und Verpflichtung zugleich, um „alle diejenigen ans Licht zu bringen, die heute in der Dunkelheit leben“, so Gennimata. Insgesamt forderten die Volksvertreter unisono, dass der Staat noch entschlossener gegen die Probleme und Auswüchse des Menschenhandels vorgehen müsse. (Griechenland Zeitung / lm)

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