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Hochwasser und Waldbrände: Griechenland startet umfassende Schutzmaßnahmen Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Minister für Klimakrise und Zivilschutz Jannis Kefalojannis. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Minister für Klimakrise und Zivilschutz Jannis Kefalojannis.

Der griechische Minister für Klimakrise und Zivilschutz Kefalojannis kündigt neue Maßnahmen gegen Hochwasser und Waldbrände an. Eingerichtet werden soll ein Unterausschuss zur Bewertung des Hochwasserrisikos. 2026 sollen zudem mehr Feuerwehrkräfte eingestellt und Überwachungsflugzeuge eingesetzt werden.

Noch bis zum 26. Januar ist der Gesetzentwurf „Aktiver Kampf“ in Bezug auf die Hochwassergefahr in Griechenland für die öffentliche Diskussion freigegeben. Erstmals sieht der Entwurf die Einrichtung eines Unterausschusses zur Bewertung des Hochwasserrisikos vor. Das erklärte der Minister für Klimakrise und Zivilschutz Jannis Kefalojannis in dieser Woche in einem Interview mit dem Radiosender Skai. Dieser Ausschuss wird im Rahmen der bestehenden Kommission zur Abschätzung der Risiken tätig sein und verlässliche, wissenschaftlich fundierte Daten liefern, fügte der Minister hinzu.

Informationen per Notrufsystem
In diesem Sinne verteidigte Kefalojannis die Notrufnummer 112, die im Falle eines Notfalls – seien es Waldbrände oder sonstige extreme Wetterbedingungen – die Bürger per Mobiltelefon über drohende Gefahren informiert. Vor allem sei dies nützlich im Falle von starken Schnee- oder Regenfällen, um die Bevölkerung zu warnen, damit unnötige Wege und letztlich eventuelle Opfer vermieden werden können.
Auf Kritik, dass der Notruf 112 im Sommer im Zuge von Waldbränden zu häufig eingesetzt worden sei, entgegnete der Minister, dass es sich um ein Instrument handle, das „tatsächlich Leben rettet“. 2025 seien etwa 5.200 Wald- und Buschbrände ausgebrochen. Die Notrufnummer 112 sei in lediglich 5,5 % dieser Fälle aktiviert worden, um aus vorbeugenden Gründen Ortschaften zu evakuieren.
Zudem wurde bekannt, dass etwa 70 % der Waldbrände im vergangenen Sommer durch menschliche Aktivitäten verursacht wurden, davon 63 % durch Nachlässigkeit und 6 % bis 7 % durch vorsätzliche Brandstiftung.

Aufwertung der Luftflotte
Mit Blick auf die Vorbereitung der Brandschutzperiode 2026 und die im Bestand des Feuerwehrwesens verfügbaren Luftfahrzeuge erklärte Kefalojannis, dass es in diesem Jahr deutlich mehr Möglichkeiten für Lufteinsätze geben werde, als das 2025 der Fall gewesen sei. Damals waren insgesamt 80 Löschflugzeuge und Hubschrauber der Feuerwehr im Einsatz. Davon gehören 30 zum nationalen Bestand, 50 weitere wurden über einen Vertrag mit der NATO-Unterstützungs- und Beschaffungsagentur (NSPA) angemietet, der seit 2024 läuft und bis 2028 gilt.
Diesen Sommer sollen drei Überwachungsflugzeuge des Typs Diamond rund um die Uhr im Einsatz sein, um ein vollständiges Lagebild möglicher Brände liefern zu können. Die betreffenden Flugzeuge seien vor etwa einem Monat in Empfang genommen worden. Außerdem sollen drei Hubschrauber italienischer Bauart im Februar oder März geliefert werden, die für den Personentransport eingesetzt werden. Bis Ende Juni sollen zudem auch die ersten beiden Super-Puma-Hubschrauber für die Feuerwehr aus Frankreich übernommen werden.
Parallel dazu sollen Griechenland und Frankreich Anfang 2028 die ersten sieben neuen Löschflugzeuge des Typs Canadair 515 im Rahmen des Programms „AIGIS“ übernehmen. Außerdem werden sieben weitere Flugzeuge des bestehenden Typs Canadair 415 auf den neuen Standard 515 aufgerüstet.

Mehr als 1.000 zusätzliche Feuerwehrleute
Zum Personal erklärte Kefalojannis, dass das Ministerkabinett in diesem Jahr die Einstellung von 1.076 neuen Feuerwehrleuten und Offizieren genehmigt habe. Im vergangenen Jahr erreichte der Feuerwehrdienst mit rund 18.000 Männern und Frauen „einen historischen Höchststand“; 15.500 davon hatten Fest- bzw. Fünfjahresverträge – hinzu kamen 2.500 Saisonkräfte. Dieses Jahr werde das Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz Gesamtzahl auf etwa 19.000 erhöhen. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

 

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