Am Donnerstag (22.1) reiste der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis zu einem informellen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der EU nach Brüssel. Seine geplante Reise zum Treffen des Weltwirtschaftsforums in Davos war vorher kurzfristig abgesagt worden.
Eigentlich hätte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Rede halten sollen. Doch sein Besuch in der Schweiz musste jedoch kurzfristig wegen extrem schlechter Wetterbedingungen in Athen gecancelt werden. Der Premier entschied sich am Donnerstag, direkt zum EU-Gipfeltreffen nach Brüssel zu fliegen. Dort standen Beratungen über die Einschätzung der EU-Staats- und Regierungschefs über die Entwicklungen zum Grönland-Konflikt auf dem Programm – und damit verbunden die Haltung der EU gegenüber den USA.
Nach dem Gipfeltreffen in Brüssel stellte Mitsotakis fest, dass die euro-atlantischen Beziehungen aufrechterhalten werden müssten. Es sei „kein Geheimnis“, dass diese in der letzten Zeit eine Periode der Erschütterungen durchlaufen hätten. Doch wüssten alle, dass diese auf einem funktionsfähigen Niveau aufrechterhalten werden müssten. Als besonders positiv hob er hervor, dass US-Präsident Trump keine Sonderzölle für jene Länder erhoben hat, die offen Grönland unterstützten, und es werde auch keine militärische Gewalt angewandt, um Territorium zu besetzen, das zu Dänemark gehöre. Mitsotakis fasst die jüngsten Entwicklungen mit dem Sprichwort „Gute Rechnung, gute Freunde“ zusammen. Damit verwies er auf die Notwendigkeit eines klaren Rahmens, in dem jeder die Konsequenzen kenne, wenn klare Grenzen überschritten würden.“
US-Präsident Donald Trump hatte in vergangener Zeit immer wieder darauf bestanden, dass die Arktisinsel US-amerikanisches Staatsgebiet werden müsse, was er am Mittwoch auch in Davos unterstrich. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses Karoline Levitt hatte Anfang des Monats in einem Statement erklärt, auch der Einsatz des US-Militärs wäre immer eine Option, die dem Präsidenten offenstehe. Das scheint Trump jetzt allerdings doch auszuschließen. Am Mittwoch machte er in Davos deutlich, dass er keine Gewalt anwenden werde, um die Insel an die USA anzuschließen. Vielmehr bezeichnete er einen solchen Schritt als eine Notwendigkeit für die globale Sicherheit, die mit amerikanischer Kontrolle über diese Insel einhergehe. Auch die Strafzölle, welche Trump gegen gleich mehrere europäische Staaten angekündigt hatte, hob dieser am Mittwoch wieder auf. Hintergrund sei eine Übereinkunft mit der NATO.
In Athen bemüht man sich unterdessen um ein Gleichgewicht zwischen der EU und den USA. In einem Interview mit dem Sender Action Chanel 24 erklärte Außenminister Jorgos Gerapetridis, das Land würde nicht von den europäischen Positionen abweichen. Deshalb lehnte Griechenland auch die Einladung Trumps für den sogenannten Gaza-Friedensrat vorerst ab. Ebenso unterstrich Gerapetritis, Griechenland werde jedem EU-Land beistehen, dessen Souveränität bedroht werde. Die strategischen Beziehungen zu Washington bezeichnete er gleichzeitig als „ausgezeichnet“. Neben der euro-atlantischen Beziehung sei es auch das Ziel, dass gute bilaterale Beziehungen zwischen Athen und Washington weiterhin gepflegt würden, so der Außenminister aus Athen.
(Griechenland Zeitung / Giorgos Carty)