Gegen den Präsidenten der Dachgewerkschaft GSEE, Jannis Panagopoulos, wird wegen des Verdachts der Veruntreuung von EU-Fördergeldern in Höhe von 73 Millionen Euro ermittelt. Die Affäre erschüttert die Gewerkschaft kurz vor ihrem geplanten Kongress und löst eine Debatte über Transparenz und Glaubwürdigkeit aus.
Um die Person des Vorsitzenden der Dachgewerkschaft der Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft (GSEE) Jannis Panagopoulos ist ein Skandal ausgebrochen. Ihm wird u. a. vorgeworfen Gelder aus europäischen Fördermitteln für Ausbildungsprogramme in Höhe von 73 Millionen Euro veruntreut zu haben. Bewilligt wurden diese Zuschüsse im Zeitraum von 2020 bis 2025 aus europäischen und nationalen Quellen. Gleichzeitig untersuchen die Behörden, wie diese Mittel verwaltet wurden. Die besagten Programme betrafen die Ausbildung von Arbeitslosen sowie die Weiterbildung von Beschäftigten. Panagopoulos weist die Anschuldigungen als „haltlos“ zurück. Den Medien warf er vor, ihn „auf Grundlage angeblicher Quellen, die sich auf ein kursierendes Non-Paper unbekannter Herkunft stützten“, voreilig zu verurteilen“.
In den Fall sind außerdem mindestens fünf weitere natürliche Personen und sechs Unternehmen verwickelt. Für sie wurde das Einfrieren von Konten angeordnet. Die Ermittlungen der Geldwäschebehörde werden inzwischen auch auf Angehörige der Beschuldigten ausgeweitet.
In den Medien wird dabei kritisiert, dass der Fall eine „Vertrauenskrise im Gewerkschaftswesen“ hervorrufe. Kommentiert wurde außerdem, dass die Affäre kurz vor dem nächsten Kongress der GSEE ausgebrochen sei, und dass dadurch die Gefahr bestehe, dass eine der beiden größten Gewerkschaften für eine Zeit lang ohne Leitung bleiben könnte.
Panagopoulos fungiert seit 2006 als GSEE-Präsident. Zuvor war er seit 1974 bei der Bank von Griechenland angestellt. Derzeit ist er pensioniert. Eingesetzt hatte er sich immer für das Motto: „In einer Gesellschaft der Gerechtigkeit, der Gleichheit und der Solidarität ist das Recht auf Arbeit grundlegend, während hohe Arbeitslosigkeit und Diskriminierung inakzeptabel sind.“ (Griechenland Zeitung / eh)