Ein Abhörskandal beschäftigt in Griechenland noch immer die Öffentlichkeit. In der vorigen Woche wurde vier Personen zu Freiheitsstrafen von je acht Jahren verurteilt; bis zur Entscheidung in zweiter Instanz wurden diese Strafen zunächst ausgesetzt.
Die Betreffenden waren in einem Unternehmen involviert, das sogenannte Spyware zur heimlichen Überwachung von Computern oder Mobilgeräten nach Griechenland importiert hatte. Mittels dieser Software wurden die Telefongespräche zahlreicher Politiker, Journalisten, Juristen, Militärangehöriger und anderer Personen abgehört; unter den Opfern war auch der Vorsitzende der sozialistischen Oppositionspartei PASOK, Nikos Androulakis.
Beobachter meinen, dass durch dieses Gerichtsurteil neue politische Debatten eröffnet werden könnten. Bisher galt der Fall für die Politik als abgeschlossen. Das Thema wurde auch im Europaparlament erörtert. (Griechenland Zeitung / eh)