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Mutmaßlicher Spionagefall gegen Militärbasis in Souda auf Kreta

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Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den US-Flugzeugträger Gerald R. Ford in der Bucht von Souda. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den US-Flugzeugträger Gerald R. Ford in der Bucht von Souda.

Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen im Nahen Osten ermittelt Griechenland erneut wegen Spionage gegen den strategisch wichtigen US-Marinestützpunkt in Souda, Insel Kreta. Ein 36-Jähriger steht im Verdacht, sensible Aufnahmen gesammelt zu haben. Ein ähnlicher Fall hatte sich bereits im vergangenen Sommer ereignet.

In Griechenland wurde in dieser Woche ein mutmaßlicher Spion festgenommen. Dabei handelt es sich um einen 36-Jährigen Georgier, der den US-Militärstützpunkt in Souda bei Chania ausspioniert haben soll. In seinem Besitz befanden sich unter anderem Fotos des US-Flugzeugträgers Gerald R. Ford, der Ende Februar aus versorgungstechnischen Gründen im Hafen von Souda vor Anker gelegen hatte und anschließend in Richtung Israel in See gestochen war.
Der Mann war ursprünglich am 3. Februar per Flugzeug aus Deutschland nach Griechenland gekommen. In Souda soll er sich direkt ein Hotelzimmer mit Sicht auf den Militärstützpunkt gesucht haben.
Der Verdächtige bestreitet jegliche Vorwürfe und soll sich bisher nur wenig kooperationsbereit verhalten haben. Der Fall hat große Ähnlichkeiten mit einem weiteren Spionagefall, der sich im vorigen Jahr ereignete. Im Juni wurde ein 26-jähriger Mann aus Aserbaidschan festgenommen, der ebenfalls den US-Militärstützpunkt Souda ausspioniert haben soll. Der Mann war mit einem polnischen Reisepass unterwegs, gab jedoch an, nur Russisch zu sprechen. Er hatte ein Hotelzimmer mit Blick auf den Hafen von Souda gemietet. Das Zimmer habe er nur selten verlassen, um Proviant zu besorgen. Verdächtig war auch, dass er immer nur mit Bargeld bezahlt habe. Der Mann soll etwa 5.000 Fotos von den dort befindlichen Militäreinrichtungen gemacht haben. Unter seinen Bildmotiven seien auch viele Kriegsschiffe und Flugzeuge.
Der 36-Jährige Georgier hatte unterdessen versucht, das gleiche Zimmer zu mieten. Dies war jedoch nicht möglich, weil es bereits an einen anderen Gast vermietet worden war. Die griechischen Behörden gehen davon aus, dass die beiden Männer im Auftrag des Iran gehandelt haben könnten.
Aufgrund der Entwicklungen im Nahen Osten gelten in Griechenland besonders strenge Sicherheitsmaßnahmen. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht vor allem der Schutz von Zielen mit US-amerikanischen und israelischen Interessen. Das erklärte die Sprecherin der griechischen Polizei, Konstantia Dimoglidou, im Gespräch mit dem staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender ERT. Diese Maßnahmen beschränken sich dabei nicht auf diplomatische Vertretungen, sondern erstrecken sich auch auf Geschäfts- und Handelsstandorte, die potenziell Ziel von Angriffen werden könnten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Aufmerksamkeit liegt auf den größeren Flughäfen des Landes, wo die Kontrollen intensiviert und mit zusätzlichem Personal durchgeführt werden. Die Behörden versichern aber, dass kein Anlass zur Beunruhigung bestehe. In der Vergangenheit seien dank des rechtzeitigen Eingreifens der Sicherheitsbehörden Anschläge auf ausländische Ziele effektiv verhindert worden. (Griechenland Zeitung / eh)

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