Griechenland hat am Donnerstag (19.3.) einen Beitrag zur Luftverteidigung Saudi Arabiens geleistet. Mit einer dort stationierten Luftabwehrbatterie des griechischen Militärs vom Typ Patriot konnten zwei ballistische Raketen aus dem Iran im Anflug auf den Hafen von Yanbuʿ al-Bahr am Roten Meer zerstört werden.
In der Region befinden sich u. a. wichtige Raffinerien und petrochemische Einrichtungen.
Die griechische Truppe, die zur Luftverteidigung seit November 2021 auf Basis eines bilateralen Vertrages in Saudi Arabien stationiert ist, hat eine Stärke von annähernd 120 Mann und ist der griechischen Luftwaffe unterstellt. Athens Verteidigungsminister Nikos Dendias erklärte, dass die griechische Batterie mit diesen beiden Abschusstreffern unter Beweis gestellt habe, wie zuverlässig sie arbeite und welch große Erfahrung sie in all dieser Zeit gesammelt habe. Gleichzeitig verteidige sie „das Lebensniveau der Griechen und aller europäischen Bürger“. Er fügte erklärend hinzu, dass die ständigen Preiserhöhungen für Erdöl „eine riesige Bedrohung für das Lebensniveau der Griechen, der Europäer und aller Bewohner des Planeten“ sei. In diesem Zusammenhang habe der Schutz von Raffinerien und Erdölverarbeitungsbetrieben eine „riesige Bedeutung“.
Zu Wort meldet sich ach Regierungssprecher Pavlos Marinakis. Er stellte klar, dass der Abschuss der beiden Raketen durch das griechische Militär keine Verwicklung Griechenlands in den Krieg im Nahen Osten sei. Es handle sich lediglich um eine „Verteidigungsmaßnahme“.
Anders bewerten das die griechischen Oppositionsparteien. Dort vertrat man u. a. die Ansicht, dass das Land nicht zuletzt auch durch die Erklärungen des Verteidigungsministers ein Stück näher an den Krieg herangerückt sei. Die linksgerichtete Zeitung „Efimerida ton Syntakton“ (Zeitung der Redakteure) titelte auf einem ganzseitigen Beitrag in ihrer Ausgabe vom Freitag (20.3.): „Griechenland wird auch offiziell Teil des Krieges“. Der Sprecher der sozialistischen PASOK, Pavlos Geroulanos, kommentierte: „Zusammen mit den beiden iranischen Raketen“ seien auch die Beteuerungen der Regierung, das Land nicht in den Krieg zu verwickeln „abgeschossen worden“.
(Griechenland Zeitung / Jan Hübel)