Griechenland wirft der Türkei illegale Fischerei in der Ägäis vor und fordert ein Eingreifen der EU. Für Beunruhigung sorgte vor allem ein jüngster Vorfall mit der türkischen Küstenwache. Die griechische Seite äußerte scharfe Kritik.
Der griechische Minister für Handelsschifffahrt und Inselpolitik, Vasilis Kikilias, hat die Europäische Union aufgefordert, gegen illegale Fischerei durch türkische Fischer in der Ägäis vorzugehen. Bei einem Treffen mit dem EU-Kommissar für Ozeane und Fischerei, Kostas Kadis, sprach Kikilias von wiederholten Verletzungen des Seerechts sowie von Provokationen durch die Türkei. Griechenland fordere Lösungen für ein Problem von „vitaler Bedeutung“ für die heimische Fischerei.
Besonders besorgniserregend sei ein Vorfall nahe der Inselgruppe Imia in der Ägäis. Fischer von der griechischen Insel Kalymnos berichteten vor einigen Tagen, dass ein Schiff der türkischen Küstenwache innerhalb griechischer Hoheitsgewässer versucht habe, sie mit Sirenentönen zu vertreiben. Laut diesen Berichten habe die Besatzung der türkischen Patrouille sogar ihr Bordgeschütz auf die Fischer gerichtet.
Griechenlands Verteidigungsminister Nikos Dendias äußerte sich während eines Besuchs auf der Dodekanes-Insel Agathonisi ebenfalls kritisch gegenüber der Türkei. Er warf Ankara vor, mit „revisionistischen Ansprüchen“ und einseitigen Plänen gegen internationales Recht und das Seerecht zu verstoßen. Gleichzeitig betonte Dendias, dass die Ägäis ein Raum der Freundschaft und Zusammenarbeit sein könne – vorausgesetzt, alle Seiten würden das Völkerrecht respektieren. Im Mittelpunkt der Kritik aus Athen steht ein mögliches neues Gesetzesvorhaben der Türkei. Dabei geht es um etwaige Neuregelungen maritimer Zuständigkeiten in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer. Aus griechischer Sicht könnte es sich dabei um einen Verstoß gegen das Völkerrecht handeln. (Griechenland Zeitung / eh)