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Kein Kompromiss in Athen kurz vor Abschluss des Sparpakets Tagesthema

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Kein Kompromiss in Athen kurz vor Abschluss des Sparpakets
Die griechische Regierung kämpft derzeit an zwei Fronten, wobei die Zeit immer schneller abläuft. Einerseits hat sich Athen das Ziel gesetzt, dass die Eurogruppe so schnell wie möglich eine 31,5 Mrd. Euro schwere Kreditrate genehmigt, denn bereits am 16. November sind die Staatskassen leer, es droht der Bankrott. Andererseits muss Ministerpräsident Antonis Samaras auch die Geschlossenheit und Zustimmung im Inneren seiner Regierung gewährleisten.
Die Demokratische Linke (DIMAR), die zusammen mit der Nea Dimokratia (ND) und der PASOK die Regierung trägt, weigert sich in dieser Woche beharrlich, im Parlament für die geforderten Veränderungen bei den Arbeitsbeziehungen zu stimmen. Diese sind in dem 13,5 Mrd. Euro schweren Sparpaket enthalten, das Athen den derzeitigen Plänen entsprechend bis zum Jahr 2014 umsetzten soll. Die fortgesetzte Weigerung der Linkspartei für diese Maßnahmen zu zustimmen, könnte die Koalitionsregierung allmählich aufweichen. Der Vorsitzende der DIMAR Fotis Kouvelis (siehe Foto) wendet sich nun an die europäischen Partner, damit diese die geforderten Veränderungen bei den Arbeitsbeziehungen aus dem Sparpaket streichen, oder diese zumindest auf das kommende Jahr verschieben.

Am Donnerstag hatte der Linkspolitiker betont, dass das Maßnahmepaket nicht die Stimmen der Volksvertreter der DIMAR erhalten werde, falls es – wie bisher geplant – in einer einzigen Gesetzesnovelle zur Abstimmung im Parlament vorgelegt wird. Dieser Schritt würde damit die Verabschiedung des gesamten Pakets in Gefahr bringen, denn dann könnten sich dieser Haltung auch Volksvertreter aus ND und PASOK anschließen.

Nun hofft Athen offenbar darauf, dass DIMAR und die Vertreter der Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds in letzter Minute einen Kompromiss finden. DIMAR will vor allem Veränderungen im Rahmentarifvertrag sowie die Streichung der Gehaltszuschläge für Verheiratete verhindern. Beobachter glauben, dass man sich einigen könnte, wenn die Troika in diesen beiden Bereichen einen kleinen Schritt zurückgehen würde. Andererseits haben die DIMAR wie auch die PASOK immer wieder betont, dass der Verbleib Griechenlands in der Eurozone allerhöchste Priorität für sie als Koalitionspartner habe. (Griechenland Zeitung / eh, Foto: Eurokinissi)
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