Unser Leben in Sarti

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Unser Archivfoto © Elisa Hübel wurde auf Chalkidiki aufgenommen. Unser Archivfoto © Elisa Hübel wurde auf Chalkidiki aufgenommen.
Der vierte und letzte Teil der Lesergeschichte von Elke K.
 
Begonnen haben diese Freunden im September 2005. Irgendwer hatte hier eine ganz junge Katze ausgesetzt, die in der Nacht auf das Fensterbrett des Wohnzimmers gesprungen war und ganz traurig miaute. Ich hatte mittags eine große Tüte mit Fischen aus dem Tiefkühlfach genommen. Es sollte am nächsten Tag Fischsuppe geben. Sollte! Kurzerhand ergriff ich die Tüte und ging raus. Das Kätzchen lockte ich vor das Tor, denn Loucy, unsere Hündin, machte Theater im Haus. 
Ich warf dem Kätzchen einen Fisch hin. Der war zwar nicht groß, doch für das kleine Wesen gewaltig! Ich hockte mich daneben und sah ihm zu. 
Irgendwann entdeckte ich im Schein der Straßenlaternen ein Tierchen und glaubte, es sei ein junger Hund. Als ich aufstand, verzog es sich ins Dunkel. Ich folgte ein Stück und warf einen Fisch hinterher. Nein, das war kein Fehler, das belebte die Nacht!
 
Nach einer Weile war das Tier wohl auf den Geschmack gekommen, roch das Zerlegen des Fisches vom Kätzchen und kam näher. Na gut, noch ein Fisch! Den warf ich sehr weit weg, um Ruhe zu haben. An „Nachdenken“ war nicht zu denken! Das Kerlchen hatte doch auch Hunger. Aber jetzt!!! Was näherte sich da völlig ungeniert? Ein junger Fuchs! Ich machte “ksss! - ksss! - …“ Er sah mich an, drehte das Köpfchen ganz lustig und starrte heißhungrig auf die Katze. Oh je! Ich stampfte ihm entgegen und scheuchte ihn ins Dunkel. Na gut, noch ein Fischlein hinterher; ich hatte noch genug! Als ich zurückgehen wollte, stieg aus dem Bach ein zweiter Fuchs, Na gut, auch einen Fisch!
Was habe ich da angerichtet? Nummer eins kam zurück und auch der zweite war sehr mutig. Plötzlich kam hinter der Grundstückecke ein großer Fuchs hervor. Ich bekam Angst. Aber… beide Jungtiere bellten und stürmten in seine Richtung. Und weg war er! Uff! Dann aber waren die Zwei nicht nur mutig – wahnsinnig clever! Einer kam von links, der andere von rechts dem Kätzchen immer näher. Das kleine Kerlchen aber knabberte und knabberte und wurde nicht fertig. Aber eben ganz genießerisch! Immer wieder warf ich mit Fischen! Als meine Tüte leer war - gleiche Angriffstechnik der „Hungrigen“ - hoppelte ich um das futternde Kätzchen herum wie Rumpelstilzchen um das Feuer. 
Mitternacht war längst vorbei und es kam unangenehm kühler Wind auf. Ich hopste da rum in kurzen Hosen und Turnhemd. Als das Kätzchen endlich fertig war, fürchtete ich, es könnte auf das Grundstück fliehen und die Füchse ihm folgen. Ja sie näherten sich dem Winzling und ich zog mich flugs zurück in den Garten und schloss das Tor. Was geschah? Die Füchse beschnupperten das kleine Wesen neugierig, während es sich seelenruhig putzte. Ich habe geschwitzt vor Angst! Vergebens! 
Das Kätzchen kuschelte um die Beine der Füchse herum. Dann das schönste Friedensbild: Das Kätzchen in der Mitte, links ein Fuchs, rechts ein Fuchs und so gingen sie hinunter zum Bach, der ausgetrocknet war. Sie verschwanden im Dunkel. Ich stand am Tor und vor Rührung liefen mir die Tränen der Freude. 
Wir fütterten etwa ein Dreivierteljahr jede Nacht die Kerlchen, bis keiner mehr kam. Von den Leuten erfuhren wir, es sei eine Krankheit ausgebrochen. 
Sie besuchten uns etwa eineinhalb Jahre, bis uns ein verletzter Hund zugelaufen war. Seit Januar vorigen Jahres ist Snoopy tot und im März kamen dann schon neue Gäste. Nach den Füchsen fanden sich einige Dachse ein. Da gab es manchmal Streit. Seitdem weiß ich, woher der Ausdruck „Frechdachs“ stammt! Die verjagten gern die Füchse und machten es sich an der Futterstelle regelrecht gemütlich. Im Spätherbst gab es Großjagd auf die Dachse. 
Mittlerweile findet sich oft ein mittelgroßer weißer Hund ein. So ein friedliches Herzchen! Ein Fuchs scheint sein Freund zu sein. Sie befinden sich oft gemeinsam am Futterplatz. Wenn der Hund zu spät ist, kommt er auf die Veranda zum Futternapf von Purzel, so nenne ich einen Kater, der seit dem vorigen Juli mein Freund ist und die halbe Nacht auf meinem Schoß hockt. Was er übrig gelassen hat, putzt der Hund dann weg. Auch er lässt sich von mir gerne streicheln. Die Füchse akzeptieren mich ebenfalls, bleiben aber auf Abstand. 
Mein Mann sitzt nicht so lange draußen wie ich, verständlich. Das hält er nicht aus. Dafür muss ich dann immer erzählen, was sich so abspielte. 
Nun hoffe ich Sie nicht allzu sehr gelangweilt zu haben! Sie sollen wissen, dass ich speziell beim Lesen der Griechenland Zeitung sehr oft an Ihre fleißigen Mitarbeiter denke und das in voller Dankbarkeit. In der Schule war ich stets Mitarbeiterin der monatlichen Wandzeitung und später für sieben Jahre an der Gestaltung der „Stahlwerker Zeitung“ beteiligt. 
Ich weiß Ihre Arbeit zu schätzen und wünsche Ihnen weiterhin viel Schaffenskraft! Bleiben Sie so stark, vielseitig und ehrlich! Die Liebe zu Ihren Tätigkeiten ist unübersehbar! Am liebsten würde ich Jeden von Ihnen mal ganz aufrichtig drücken! 
 
Herzliche Grüße von Ihren dankbaren Lesern Elke und Josef K.
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