Höllenfahrt nach Skiathos (Teil 7)

  • geschrieben von 
Foto ©  Suse Klein/ Skiathos im Januar 1985 Foto © Suse Klein/ Skiathos im Januar 1985

Wo ist das Geld geblieben?

Endlich sind die Autorin und ihre Freunde auf Skiathos angekommen. An so einen Reisetag ohne Unglücke sollen sie sich allerdings nicht gewöhnen dürfen.

 Der nächste Tag begann mit einem Rückschlag: Auf der Bank wusste niemand von einer Überweisung aus Deutschland, das Geld war nicht da. Wir gingen also erstmal zum Notar. Unser Freund der Juwelier war bereits da, pünktlich wie immer, während der Notar sich Zeit ließ. Als er schließlich auftauchte und wir den Vertrag unterschreiben wollten, stellte sich heraus, dass wir ohne gezahlte Grunderwerbssteuer gar nichts machen konnten. Und die musste in Skopelos gezahlt werden und zwar sofort. „Na, großartig!“ Natürlich war niemand erfreut über dieses neue Problem. Doch der Bäcker hatte eine Idee und so kam es, dass die Männer schließlich auf einem Fischkutter nach Glossa überfuhren. Nach unzähligen Telefonaten zwischen der Bank in Deutschland, dem Finanzamt auf Skopelos, der Bankzentrale in Athen und dem Notar, landeten wir schließlich beim Bankdirektor in Skiathos. Doch niemand wusste etwas und das Geld blieb verschollen. Langsam bekamen wir es mit der Angst zu tun. Waren wir etwa umsonst im Winter nach Skiathos gekommen? Würden wir das Häuschen mitsamt der Anzahlung verlieren? Das konnte doch nicht wahr sein! Was für ein Chaos.

Schließlich tauchte das Geld auf, am falschen Ort mit falscher Codenummer saß es fest. Erst hieß es, man könne es so nicht überweisen, doch nach weiteren Telefonaten des Bankdirektors, der trotz Feierabends schweißgebadet für uns weiterkämpfte, wurde es möglich gemacht. Die Überweisung sollte am Folgetag geschehen.

Indes hatten die Männer auf Skopelos etwas mehr Glück gehabt. Im Finanzamt wurde die Grundsteuer nachgerechnet, dann auf der Zahlstelle bezahlt. Mit den Quittungen ging es zurück zum Finanzamt, wo die Pläne nachgeprüft wurden. Tatsächlich stimmte die Quadratmeteranzahl nicht! Es waren 5 zu wenig angegeben. Während die Prüfer anfingen, darüber zu diskutieren, meldete sich der Taxifahrer der Männer zu Wort und verkündete, er müsse jetzt los. Er rettete uns vor erneutem Chaos, denn daraufhin erhielten sie ein „όλα εντάξει“ óla entáxei – Alles ok! und konnten gehen. Als sie am Nachmittag wieder auf Skiathos ankamen, waren alle sehr erleichtert und selbst die 1000 Drachmen, die die Fischer nun zusätzlich für die Überfahrt verlangten, konnten dem nichts mehr anhaben.

Lesen Sie im nächsten Teil, wie die Probleme mit der Geldüberweisung nicht die letzte Hürde gewesen sind, die überwunden werden muss. Das Chaos nimmt kein Ende.

Hier geht es zum vorherigen Teil 6. und zum nächsten Teil 8

Nach oben