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Griechenland: Erste Waldbrände umzingeln das Land Tagesthema

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Griechenland: Erste Waldbrände umzingeln das Land
Griechenland / Athen. Begünstigt durch heftige Winde und für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen kam es am Montag zu mehreren Wald- und Buschbränden. Besonders betroffen war der Hymettos-Berg an seinen südlichen Ausläufern bei Athen. Dort fielen am Montag rund 500 Hektar einem Brand zum Opfer. Die Flammen reichten bis an die Wohngebiete Ano Glyfada und Voula  heran.
an. Der Bürgermeister von Glyfada, Jannis Theodoropoulos, beklagte sich, dass die Feuerwehr erst 40 Minuten nach Ausbruch der Flammen zur Stelle war. Bis zu deren Eintreffen versuchten Anwohner der Flammen Herr zu werden.

Freiwillige Helfer an der Seite der Berufsfeuerwehr

Etwa zwei Stunden nach Ausbruch des Brandes am Hymettos am Montagnachmittag waren schließlich zehn Flugzeuge, zwei Hubschrauber, 35 Feuerlöschfahrzeuge, elf Löschzüge angrenzender Gemeinden und dutzende Feuerwehrleute gegen die Flammen im Einsatz. Unterstützt wurden sie von zahlreichen Freiwilligen, die mit Spaten, Zweigen, Wassereimern und anderen Behelfen Löschversuche unternahmen. Unter ihnen war auch Nikos Anastassopoulos aus Glyfada. Im Vorjahr hatte der Bankangestellte mit seiner Familie auf dem Hymettos an zahlreichem Wochenenden und Feierabenden Brandwache gehalten. Dass genau das von ihnen im Vorjahr so aufmerksam bewachte Gebiet nun den Flammen zum Opfer fiel, enttäuscht ihn ganz besonders. Er sprach u. a. von „unzulänglicher Koordination" der Löschkräfte. „Doch vor allem wegen der starken Winde hatten wir eigentlich keine Chance gegen die Flammen." Allerdings, so bemerkt er, „war ein solcher Brand am Hymettos zu erwarten gewesen". Im vorigen Jahr, meint der Mittvierziger, „wurde ein Gesetz verabschiedet, durch das der Berg in verschieden Nutzungszonen eingeteilt wurde. Das regte natürlich auch den Appetit für verschiedene bauliche Aktivitäten an." Seiner Ansicht nach müssten der Hymettos und andere gefährdete Gebiete „sofort den Status eines Nationalparks erhalten", um jegliche Bauaktivitäten zu verhindern. „Nur so", meint der Umweltschützer, „können wir verhindern, dass die grünen Lungen rund um Athen ein Raub der Flammen und Spekulanten werden".
Für besondere Verstimmung bei Umweltschützern und Bürgern sorgte eine Erklärung des stellvertretenden Ministers im Innenministerium, Christos Markojannakis. Er hatte am Wochenende auf eine Frage, warum man im Moment lediglich zwei von 16 eingeplanten Hubschraubern zur Brandbekämpfung zur Verfügung habe, festgestellt, dass es bisher genügend Regen gegeben habe. Angesichts der Tatsache, dass weitere Hubschrauber den Steuerzahler viel Geld kosten, sei diese Ausgabe überflüssig. (Text: Greichenland Zeitung, Foto: Eurokinissi)

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