Nach Schiffsunglück bei Kerkyra: Rettung der Passagiere abgeschlossen

Die Rettung von Passagieren vom Schiff „Norman Atlantic“ wurde heute abgeschlossen. Bis Mittag wurden nach Angaben der italienischen Behörden insgesamt 409 der insgesamt 478 Personen (inklusive Besatzung) evakuiert. 49 von ihnen wurden mit dem Schiff „Spirit of Piraeus“ im italienischen Hafen Bari sicher an Land gebracht.

27 von ihnen sind griechische Staatsbürger, die voraussichtlich mit einem Transportflugzeug des Typs „C 130“ nach Griechenland gebracht werden. Bisher spricht man von sieben Toten des Unglücks. In den letzten Stunden werden Befürchtugen geäußert, dass sich deren Anzahl erhöhen könnte.
An der Evakuierung waren griechische und italienische Hubschrauber und Schiffe beteiligt. Eine Fregatte der griechischen Marine war noch auf dem Weg, um die Einsatzkräfte zu verstärken. Die Mehrheit der Passagiere ist – bis auf wenige leicht Verletzte – wohl auf; es sind jedoch auch fünf Tote zu beklagen. Bei einem handelt sich um einen 67-jährigen Griechen, der bei dem Versuch, in ein Rettungsboot zu gelangen, ums Leben kam.
In der Nacht wurde die „Norman Atlantic“ unterdessen von einem italienischen Boot Richtung Brindisi abgeschleppt. Wegen der starken Winde musste dieses Unternehmen heute Vormittag (29.1.) untergebrochen werden. 
Auf dem Schiff „Norman Atlantic“ war in den Morgenstunden des Sonntags ein Feuer in den Garagendecks ausgebrochen. Als sich die Fähre etwa 50 Seemeilen nordwestlich von Kerkyra befand, starteten die Rettungsaktionen. Diese bezeichnete der griechische Handelsschifffahrtsminister als „äußerst schwierig“. 
Die unter italienischer Flagge fahrende „Norman Atlantic“ wurde von der griechischen Reederei ANEK gemietet und war auf dem Weg von Patras über Igoumenitsa nach Ancona. Wegen der ungünstigen Wetterverhältnisse – stürmische Winde, Regen und Hagel – war die Evakuierung aus der Luft schwierigst. 
Wie ein griechischer Kapitän gegenüber der Griechenland Zeitung äußerte, ist der Schiffstyp der „Norman Atlantic“ relativ anfällig für Brände. Darüber hinaus hätte das Schiff wegen der starken Winde eigentlich nicht auslaufen dürfen, so der Kapitän. Griechischen Medienberichten zufolge soll das Hafenamt Patras vor etwa 10 Tagen auf Mängel am Schiff aufmerksam gemacht haben.
In Patras waren am Samstagnachmittag Passagiere von 26 Nationalitäten an Bord der "Norman Atlantic" gegangen; darunter auch 18 Deutsche, 10 Schweizer und sechs Österreicher.

Nach oben