Streik der Seeleute: Schiffe bleiben am 1. Mai im Hafen vertäut Tagesthema

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Streik der Seeleute: Schiffe bleiben am 1. Mai im Hafen vertäut

Am kommenden Montag, dem 1. Mai, sollen die Schiffe in ganz Griechenland für 24 Stunden bestreikt werden. Aufgerufen dazu hat die Seemannsgewerkschaft PNO. Damit wollen die Matrosen einerseits den Internationalen Tag der Arbeiterbewegung ehren. Andererseits wollen sie auf die seit sieben Jahren anhaltende Krise aufmerksam machen. Sie fordern u. a. Rahmentarifverträge und die Bezahlung für bereits geleistete Arbeit.

In vielen Fällen seien die Arbeitgeber „mehrere Monate“ im Rückstand. Ein weiteres Ziel ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in der Branche sowie der Schwarzarbeit. Trotz des Streikaufrufes werden allerdings einige Linien bedient, so sollen etwa die Fähren von Tinos und Andros aus zum ostattischen Hafen Rafina verkehren. Da sich kurzfristig Änderungen ergeben können, sollten potentielle Fahrgäste im Zweifelsfall ihr Reisebüro oder die jeweilige Hafenbehörde kontaktieren.
Die PNO wurde 1920 gegründet, sie zählt zu den kampferprobtesten Gewerkschaften des Landes. Einen ersten großen Erfolg errang sie am 10. März 1947, als sie eine 50 prozentige Gehaltserhöhungen für die Seemänner durchsetzen konnte. 1951 konnten durch einen Streik, der einen Monat lang andauerte, weitere Einkommenserhöhungen in Höhe von 30 Prozent sichergestellt werden. 1976 ist es zu einem Arbeitskampf zwischen der PNO und Reedern touristischer Schiffe gekommen, was zu weiteren Gehaltserhöhungen geführt hat. Die nächsten größeren Proteste folgten in den Jahren 1996 und 1997. Ziel ist es gewesen die Renten der Matrosen zu verbessern und das Steuersystem in ihrer Zunft günstiger zu gestalten. Durch die Krise wurden viele der Errungenschaften, die die Gewerkschaft in den letzten Jahrzehnten durchsetzen konnte, zunichte gemacht. (Griechenland Zeitung / eh; Archivfoto: © Eurokinissi)

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