Athener sehen bei Lebensqualität schwarz

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Unser Archivfoto (© GZ / Jan Hübel) entstand in Athen am Monistiraki-Platz. Unser Archivfoto (© GZ / Jan Hübel) entstand in Athen am Monistiraki-Platz.

Eine Studie mit dem Titel „Smart City Index“ zeichnet ein dunkles Bild von der Lebensqualität in Athen.

Von 102 untersuchten Städten landete Athen auf Platz 95, zwischen Rio de Janeiro (Platz 96) und Manila (Platz 94). Die Bewertung basiert auf einer Befragung 120 zufällig ausgewählter Bewohner pro Stadt. Deren Einschätzung wird dann mit den wirtschaftlichen und sozialen Grundvoraussetzungen des Landes (z.B. dem Durchschnittseinkommen) rechnerisch ins Verhältnis gesetzt.

Im Rahmen der Studie beantworteten die Teilnehmer Fragen zur Infrastruktur und zur Einbindung moderner Technologien in den Stadtalltag. Zudem durften sie fünf Schwerpunktthemen nennen, bei denen besonderer Verbesserungsbedarf besteht. Die drei von den Athenern meistgenannten Problemfelder waren Sicherheit (von 69,9 % der Teilnehmer genannt), Arbeitslosigkeit (61,0 %) und Korruption (45,5 %).
Besonders unzufrieden zeigten sich die Befragten auch mit der Verkehrssituation, Luftverschmutzung, dem Mangel an Grünflächen und der Versorgung im Gesundheitssystem. Dabei ging es in der Befragung nicht nur um den Status Quo, gefragt wurde auch nach Bemühungen der Stadtregierung, die Situation zu verbessern und dabei moderne Technologien wie Online-Services und Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen einzubinden.

Auf den ersten Plätzen des „Smart City Index“ landeten Singapur, Zürich und Oslo. Die smarteste Stadt Deutschlands ist laut Ranking Düsseldorf, auf Platz 10.
Das jährliche Ranking wird von der Schweizer Wirtschaftshochschule IMD in Zusammenarbeit mit der „Universität für Technologie und Design Singapur“ veröffentlicht. Laut Bruno Lanvin, Präsident des „IMD Smart City Observatory“, seien „Smart Cities Magneten für Investment, Talent und Wirtschaft“. Dabei scheitere eine nachhaltige Steigerung der Lebensqualität aber oft an fehlendem Engagement und Einbindung der Stadtbewohner.
Daran wird jetzt zumindest in Athen gearbeitet. Bei einer Veranstaltung der Britisch-Griechischen Handelskammer vergangenen Donnerstag (3.10.) stellte der Athener Bürgermeister das Programm „Adopt your City“ vor. Lokale Unternehmen wie Bürger können im Rahmen dieser Initiative Patenschaften für Bäume, Grünflächen oder eine ganze Straße übernehmen (mehr zu dem Projekt in unserer aktuellen Printausgabe, Griechenland Zeitung Nr. 696, S. 6). (Griechenland Zeitung / jro)

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