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Petersellerie

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Foto (© Eurokinissi) Foto (© Eurokinissi)

Dass der Peter in der Petersilie auf die griechische Petra – Stein-Fels zurückgeht, wussten Sie gewiss schon, weil Ihnen das „Mineralöl“ Petroleum gut bekannt ist. Was Sie aber ziemlich sicher noch nicht wussten, ist, dass die -silie vom Peter ebenfalls griechischen Ursprungs ist und beide zusammen auf das altgriechische petroselinon zurückgehen.

Zu uns ist das alles, wie so oft, natürlich über das lateinische petroselinum gekommen, und zwar im Mittelalter. Da die Griechen jene in die europäischen Sprachen eingewanderten altgriechischen Namen aber aus den Augen verloren hatten, heißt die Petersilie heute im Neugriechischen maidanós, was aus dem türk. maydanoz kommt und letztendlich über das Arabische mit dem lat. Macedonicum zusammenhängt. Das lateinische (petro)selinum, was wir im Deutschen als (Felsen)Eppich (nicht) kennen, hatte nun eine eigene Karriere vor sich und wurde in norditalienischen Dialekten zu seleri, um im 17. Jh. in der deutschen Sellerie zu landen. Was ist aber jetzt genau gemeint? Das Kraut und die Staude oder die Knolle? Im Griechischen ist bei selino eher das Kraut und bei selinórisa dann die Knolle gemeint. Im Altgriechischen war nun dieser „Eppich“ auch zur Bekränzung der Sieger bei den Isthmischen und Nemeischen Spielen im Einsatz, ich nehme mal an, es waren die Blätter und nicht die Knolle oder die Petersilie, die da zum Einsatz kamen. Solche Kränze flocht man aber auch für Totenfeiern und zierte Grabsteine damit, was zu dem altgriechischen Sprichwort führte: selinou deitai – „er braucht Eppich“ im Sinne von „er wird bald sterben“. Und das ist nun wirklich ein unrühmliches Ende für unsere Sellerie.

Hans Eideneier

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