Heftige Unwetter haben in diesen Tagen in Griechenland schwere Schäden verursacht. Besonders auf der Peloponnes führten Erdrutsche zu Evakuierungen ganzer Ortschaften. Straßen wurden verschüttet, Dämme gerieten unter Druck, der Flug- und Schiffsverkehr war eingeschränkt.
Griechenland wurde in den vergangenen Tagen von einem Unwetter heimgesucht, das vor allem in Teilen der Peloponnes zu Erdrutschen geführt hat. Mindestens zwei Siedlungen mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Weiterhin besteht in Katakolo die Gefahr, dass ein etwa 40-Tonnen schwerer Felsen auf zehn Häuser stürzen könnte. Die Bewohner mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Aufgrund der starken Winde wurde am Dienstagabend der Flugverkehr auf dem Flughafen „Makedonia“ in Nordgriechenland eingeschränkt. Auch der Schiffsverkehr dürfte am Mittwoch (18.2.) bedingt durch stürmische Winde nur eingeschränkt verkehren. Reisende werden darum gebeten, sich bei ihrem Reisebüro oder der jeweiligen Hafenbehörde zu informieren. Von der Situation betroffen sind etwa die Routen zwischen Volos und den Inseln der Sporaden sowie zwischen Kavala und Thassos.
Die Präfekturen Peloponnes und Westgriechenland befinden sich in Alarmbereitschaft: es gilt ein sogenannter „Code Red“. Besonders heikel ist die Lage in Mazaraki bei Ilia auf der Peloponnes. Aufgrund von Erdrutschen wurden in den vergangenen Tagen beide Straßen, die in und aus dem Dorf führen, verschüttet. Bilder im Fernsehen zeigen außerdem, wie Eltern ihre Kinder auf den Schultern tragen, und mit ihnen nach der Schule mit Schlamm verschüttete Straßen überqueren.
Aus Sicherheitsgründen wurden auch die Gemeinden Ano Mera und Machalas im Taygetos-Gebirge evakuiert. Auch bei Kalamata entstanden durch Erdrutsche und Bodensenkungen schwere Schäden am Straßennetz. Messenien hat beantragt, den Notstand auszurufen. In den Gemeinden Erymanthos und Kalavryta ist dies bereits geschehen.
Nicht nur die Peloponnes, sondern auch andere Landesteile sind von den Unwettern betroffen. Im nordgriechischen Serres gerieten Dämme des Flusses Strymonas im Gebiet Achinos-Ivira in Gefahr zu brechen. Dasselbe galt am Dienstag für den Stratou-Damm bei Kastraki im mittelgriechischen Ätoloakarnania. Und auch um den Pinios-Fluss wurden in der Nähe des Damms „Karamanlis“ Überschwemmungen registriert. Der Zugverkehr zwischen Thessaloniki und Sindos musste Dienstagnacht für mehrere Stunden unterbrochen werden, nachdem ein Baumstamm auf das Schienennetz gestürzt ist, was zu einem Stromausfall führte. In der Gegend wüteten stürmische Winde, die eine Stärke von bis zu neun erreichten. Die Feuerwehr musste in Dutzenden Fällen ausrücken, um etwa herabgestürzte Bäume und andere Objekte vom Straßennetz zu entfernen. Bei Paxi in Westgriechenland wurden Windböen gemessen, die Geschwindigkeiten von 110 Stundenkilometern erreichten. Und auch auf Korfu wurden Sachschäden auf dem Straßennetz und Stromausfälle gemeldet.
Bereits am Wochenende wurden in den Gemeinden Agios Arsenios und Aperathos auf der Insel Naxos der Notstand ausgerufen. Zu Problemen kam es außerdem auf dem Straßennetz bei Tzoumerka im Nordwesten Griechenlands. Bei Parga im Westen erlitten Pkw durch herabgestürzte Felsen Sachschäden. Probleme wurden durch das Unwetter am Wochenende auch auf den Inseln Chios, Limnos, Mykonos, Lesbos und Symi als auch in der Stadt Katerini auf dem Festland registriert. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)