Auf der Insel Kreta könnte es unter Umständen zu einer Vendetta kommen. Am Dienstag (5.5.) erschoss ein 54-jähriger Mann in Ammoudara einen 21-Jährigen. Medienberichten zufolge soll er anschließend auf den bereits leblosen Körper eingetreten haben.
Der mutmaßliche Täter stellte sich später der Polizei und gestand die Tat. In seiner Aussage erklärte er, dass er den heute 21-Jährigen für den Tod seines damals 17-jährigen Sohnes für verantwortlich halte. Am 20. Oktober 2023 waren die beiden jungen Männer gemeinsam mit dem Auto unterwegs, als es zu einem schweren Verkehrsunfall kam. Der Sohn des Täters kam dabei ums Leben, der Fahrer überlebte.
Nach Angaben des 54-Jährigen habe ihn besonders die Tatsache belastet, dass der 21-Jährige weiterhin auf freiem Fuß gewesen sei. In seinem Ärger habe er schließlich die Kontrolle verloren und die Tat begangen. Die Ehefrau des Verdächtigen wurde als mögliche Komplizin ebenfalls festgenommen. Beide sollen aus Sicherheitsgründen in ein Gefängnis außerhalb Kretas verlegt werden.
Ammoudara, wo sich der Mord in dieser Woche ereignete, ist ein Küstenort im Norden Kretas. Zu Phänomenen von Blutrache kommt es auf der Großinsel hin und wieder; allerdings sind dafür eher entlegene Bergdörfer bekannt.
(Griechenland Zeitung / eh)