Vor den Wahlen mehren sich gewaltsame Übergriffe Tagesthema

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Vor den Wahlen mehren sich gewaltsame Übergriffe
Vor den Parlamentswahlen am Sonntag mehren sich gewalttätige Zwischenfälle in Griechenland. Die Motive dafür sind unterschiedlich. Zum Teil ist ein rechtsradikaler Hintergrund zu vermuten. Fünf Tage vor den Parlamentswahlen mehren sich gewalttätige Zwischenfälle in die Öffentlichkeit. Am Dienstagabend haben zwei Unbekannte einen Stand der kommunistischen KKE, der für den Wahlkampf errichtet worden war, attackiert und den Verantwortlichen des Standes leicht am Kopf verletzt.
Standes leicht am Kopf verletzt. Der Vorfall ereignete sich im gutbürgerlichen Athener Vorort Agia Paraskevi. Medienberichten zufolge soll es sich bei den Tätern um Mitglieder der rechtsradikalen Partei Chryssi Avgi gehandelt haben.

Rassistischer Angriff auf Ägypter
Außerdem sind in dieser Nacht etwa 10 vermummte Personen in ein Einfamilienhaus in Perama bei Piräus eingedrungen und haben dort wohnende Ausländer attackiert. Einer von ihnen musste mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Verletzt wurden auch die drei anderen Bewohner des Hauses. Die Täter verursachten zudem Sachschäden im Haus sowie an zwei vor dem Haus geparkten Pkws und an einem Motorrad. Bei den Opfern handelt es sich um legal in Griechenland lebende Ägypter, die hier seit mehreren Jahren arbeiten. Der Vorfall wurde als Angriff mit rassistischem Hintergrund eingeschätzt. Auch in diesem Zusammenhang wurde die rechtsradikale Chryssi Avgi erwähnt. Vorläufig festgenommen wurden sechs mutmaßliche Täter – fünf Männer und eine Frau. Diese bestreiten jegliche Verbindung zu diesem Vorfall; sie sollen jedoch von den Opfern erkannt worden sein. Vorgeworfen wird ihnen u. a. schwere Körperverletzung, Verletzung des Waffengesetzes und Hausfriedensstörung. Der Vorfall wurde vom Regierungssprecher Dimitris Tsiodras scharf kritisiert. Dieser betonte: „Verbrechen wie dieses, von extremen Gruppen, beleidigen unsere Kultur." Er hob hervor, dass Ägypter und Griechen „durch eine traditionelle Freundschaft verbunden sind".

Pass-Fälscher attackiert Polizisten
Unblutig endete am Montag ein Vorfall, als ein mutmaßlicher Pass-Fälscher versuchte, eine Polizistin mit deren Dienstwaffe zu erschießen. Auf zwei weitere Ordnungshüter ging der aus Syrien stammende Mann mit einem Messer los. Der Täter soll – zusammen mit mindestens zwei weiteren Komplizen – Reisedokumente für sich und für andere illegal in Griechenland lebende Immigranten gefälscht haben. Bei den beiden verhafteten Komplizen handelt es sich um Griechen. Verantworten muss sich der Syrer nun für versuchten Polizistenmord. Allen zusammen werden die Bildung einer kriminellen Organisation, Fälschung sowie Geldwäsche vorgeworfen. (Griechenland Zeitung / eh, Foto: Eurokinissi, Archiv)

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