Login RSS

Direktor eines Kinderkrankenhauses nahm Bestechungsgeld entgegen

  • geschrieben von 
Der Direktor eines Athener Kinderhauses wurde verhaftet. Er hatte Bestechungsgelder in Höhe von 25.000 Euro entgegen genommen. Die Transaktion war von der Polizei per Video aufgezeichnet worden. Er dementiert jedoch jegliche Vorwürfe und wurde mit einer Kaution in Höhe von 150.
50.000 Euro vorläufig frei gelassen.

Einen Einblick, wie in etwa eine Bestechung ausstehen kann, haben in diesen Tagen viele Griechen bekommen. In den Medien kursiert ein offizielles Video, das von versteckten Kameras der Polizei aufgezeichnet wurde. Darin wird deutlich gezeigt, wie der bisherige Direktor des Kinderkrankenhauses Aglaia Kyriakou Charis Tobouloglou eine Summe von 25.000 Euro als Bestechungsgeld entgegen nimmt. Die Transaktion fand am 24. Dezember gegen 13.00 Uhr nach einem kurzen Gespräch zwischen den beiden beteiligten Personen statt. Im Anschluss nahm Tobouloglou einen gelben Umschlag entgegen. Er sieht sich den Inhalt an, zählt das Geld allerdings nicht und verlässt das Büro, den Ort des Geschehens.

Abgesprochene Sache
Wie die Polizei berichtet, wurde Tobouloglou von einer weiteren Person begleitet, die vor dem Büro den Umschlag entgegen genommen habe. Letztere Person ist über die Treppen zum Ausgang gegangen, der Krankenhausdirektor selbst hat den Lift genommen. Die Ordnungshüter hatten jedoch die beiden Personen im Visier und haben sie am Ausgang gestellt. Sie wurden beide verhaftet. Beim „Bestecher" handelt es sich um den Präsidenten des Verbandes der Angestellten der Alpha Bank, Tasos Giatis. Er war der Mittelsmann und hatte den Fall der Polizei gemeldet. Er erklärte ihnen, dass Tobouloglou ursprünglich 30.000 Euro Bestechungsgelder von einer Werbefirma verlangt hatte. Letztere hatte einen Auftrag in Höhe von 190.000 Euro erhalten, um eine Kampagne gegen Fettleibigkeit bei Kindern zu gestalten. Tobouloglou habe damit gedroht, sollte er kein Geld für den Auftrag erhalten, werde er die Firma ruinieren. Andererseits könne er dafür sorgen, dass das Unternehmen weitere Aufträge bekommt. In der von der Polizei aufgezeichneten Konservationen habe Tobouloglou u. a. gesagt: „Für mich wird nichts herausspringen? Ich bin doch nicht blöd!"

Spende für kranke Kinder
Tobouloglou hat am Samstag seine Aussage zu Protokoll geben und wurde anschließend unter Auflagen freigelassen. Er muss sich zweimal im Monat in der Polizeistation seines Wohnortes melden, darf das Land nicht verlassen und musste eine Kaution in Höhe von 150.000 Euro hinterlegen. Er selbst dementiert, bestochen worden zu sein. Das Geld sei eine Spende an das Krankenhaus. Beim Verlassen des Gerichtssaals sagte er gegenüber der Presse: „Ich glaube an Gott und an die Gerechtigkeit." Seinen hochrangigen Posten im Kinderspital hat er allerdings vorerst verloren. Auch seine Stelle als Angestellter bei der Nationalbank dürfte für ihn Vergangenheit sein. Tobouloglou wurde auch aus der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia ausgeschlossen, deren Mitglied er gewesen ist. Er hatte u. a. als Parlamentarier für die ND und als Bürgermeister der Gemeinde Nea Chalkidona kandidiert. (Griechenland Zeitung / eh)

Nach oben

 Warenkorb