Prozess wegen der Schüsse auf Erntearbeiter beginnt in Griechenland

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Prozess wegen der Schüsse auf Erntearbeiter beginnt in Griechenland
Am heutigen Freitag beginnt vor einem Schöffengericht in der westgriechischen Hafenstadt Partas der Prozess wegen der Schüsse auf Erntearbeiter in den Erdbeerfeldern auf der Nordwestpeloponnes im April des vorigen Jahres. Die Angeklagten müssen sich unter anderem wegen Menschenhandels schwerer Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung verantworten. Der zur Verhandlung stehende Vorfall ereignete sich am 17. April 2013 im Ort Manolada, als 119 Erntearbeiter aus Bangladesch ihren ausstehenden Lohn für die letzten sechs Monate einfordern wollten. Die Vorarbeiter auf der Erdbeerpflanzung eröffneten daraufhin das Feuer aus Jagdflinten und verletzten 35 von ihnen.
ihnen. Der Fall machte weltweit Schlagzeilen. Angeklagt sind der Besitzer und drei Vorarbeiter der Farm.
Wie der Griechische Flüchtlingsrat in einer Mitteilung betont, ist der Prozess von besonderer Bedeutung, weil erstmals in Griechenland der massenhafte Menschenhandel zur Ausbeutung der Arbeitskraft Gegenstand eines Verfahrens geworden sei. Allerdings betreffe der Prozess nur die 35 Verletzten, die damit als Opfer von Menschenhandel zugleich vor Abschiebung geschützt sind, und nicht alle Feldarbeiter der Pflanzung. Der Flüchtlingsrat tritt in dem Verfahren als Nebenkläger auf.

(Griechenland Zeitung / ak, Foto: Eurokinissi)

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