Nach 50 Jahren wieder Wölfe nahe Athen gesichtet

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Nach 50 Jahren wieder Wölfe nahe Athen gesichtet

Nach ungefähr einem halben Jahrhundert wurden wieder Wölfe auf dem Berg Parnes (Parnitha) nördlich von Athen gesichtet. Wie die auf große Raubtiere spezialisierte Tierschutzorganisation „Callisto“ mitteilte, wurde das Rudel von sieben oder acht Tieren von automatischen Infrarotkameras aufgenommen, die der Biologe Dr. Jorgos Iliopoulos von der Organisation im September 2014 für sechs Monate im dortigen Nationalpark installiert hatte.

Das Wolfsrudel sei vermutlich aus anderen Berggegenden in Zentralgriechenland gekommen, wo sich die Wälder wegen der besseren
Bewirtschaftung der letzten Jahrzehnte, vor allem aber wegen der Landflucht
erholt hätten, hieß es weiter. Diese Entwicklung liege im europaweiten Trend
einer Erholung der Populationen großer Fleischfresser wie des Wolfs, des
Luchses, des Vielfraßes und des Braunbären, den eine jüngste Studie des Wissenschaftsjournals „Science“ belege, an der sich als griechischer Partner auch „Callisto“ beteiligt hatte. Das Forstamt Parnes sei bereits informiert, hieß es weiter. Eine Gefahr für die Wanderer auf dem Berg bestehe kaum, da die Wölfe sehr scheu seien. Eher schon bestünde die Möglichkeit, dass sie eine Viehherde anfallen könnten. Für diesen Fall empfiehlt „Callisto“ entweder Elektrozäune rund um das Weideland oder einen guten Hirtenhund. Die Organisation selbst hat zu diesem Zweck ein landesweites Netzwerk für die Zucht und Weitergabe geeigneter Hunde aufgebaut. Und gemeinsam mit der deutschen Denkfabrik adelphi hat „Callisto“ die technische Unterstützung für die 2014 gegründete EU-Plattform für die konfliktfreie Koexistenz von Menschen und Landraubtieren übernommen. Ziel der Plattform ist es, Lösungen für Konflikte zu suchen, die sich aus dem Aufeinandertreffen
von menschlichen Interessen mit der erneuten Ausbreitung verschiedener Raubtierarten in Europa ergeben können.
(Griechenland Zeitung / ak, Foto: © Eurokinissi)

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