Venezianische Schiffswerften in Chania werden saniert Tagesthema

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Foto © Griechenland Zeitung / Jan Hübel Foto © Griechenland Zeitung / Jan Hübel

Die großen Hallen der venezianischen Schiffswerften in der kretischen Stadt Chania sollen saniert werden. Die als „Arsenali“ bekannten beeindruckenden Hallen, die zu den wichtigsten Zeugnissen der venezianischen Zivilarchitektur in Griechenland zählen, waren im Januar 2006 bei einem Erdbeben der Stärke 6,9 nahe der Insel Kythira stark beschädigt worden. Die seitdem verstrichenen fast dreizehn Jahre taten ein Übriges.

Das Sanierungsprogramm für die Werfthallen in der Altstadt von Chania soll von der Technischen Hochschule Kreta ausgearbeitet werden. Einen entsprechenden Beschluss fasste unlängst der Stadtrat. Die Studie soll eine Bestandsaufnahme sowie Vorschläge zur musealen und kulturellen Nutzung des Baudenkmals umfassen. Ab Unterzeichnung des Vertrages mit der Hochschule soll das Projekt binnen zwanzig Monaten realisiert werden. Die Gesamtkosten werden mit 440.000 Euro veranschlagt. Die „Arsenali“ von Chania wurden im 16. Jahrhundert auf dem Höhepunkt der venezianischen Seeherrschaft im östlichen Mittelmeer gebaut. Sie dienten der Reparatur von Handels- und Kriegsschiffen. Die sieben mit Tonnengewölben gedeckten Schiffshallen waren ursprünglich zur See hin offen und sind untereinander durch Bogenstellungen verbunden. Später wurden die Fassaden geschlossen. Bis zum Erdbeben 2006 wurden sie schon einmal für Kulturveranstaltungen genutzt. 19 vergleichbare Schiffshallen befanden sich auch am venezianischen Hafen der kretischen Hauptstadt Heraklion. Sie wurden im letzten Jahrhundert bis auf die Reste von fünf „Arsenali“ der Küstenstraße geopfert.

(GZak)

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