Schuldenkrise: Der Inselrepublik Zypern läuft die Zeit davon Tagesthema

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Schuldenkrise: Der Inselrepublik Zypern läuft die Zeit davon
Die Lage auf Zypern bleibt weiterhin äußerst prekär. Das zyprische Parlament will heute noch eine Alternativlösung finden. Die Verhandlungen mit Russland werden fortgesetzt. Die Situation auf Zypern beschäftigt auch die Politiker in Griechenland. Noch im Laufe des heutigen Donnerstags will die zyprische Regierung einen Alternativplan ausarbeiten, der dem hoch verschuldeten Mittelmeerland einen Ausweg aus der Sackgasse bietet.
g aus der Sackgasse bietet. Die Parteichefs der Inselrepublik beraten sich bereits seit heute Vormittag im Amtssitz des Staatspräsidenten Nikos Anastasiadis. Ziel ist es, aus eigenen Kräften Gelder in Höhe von 5,8 Milliarden Euro aufzutreiben. Nur unter dieser Voraussetzung kann die Inselrepublik von den europäischen Partnern einen Hilfskredit in Höhe von 10 Milliarden Euro erhalten. Eine von der EU geforderte Zwangsabgabe für Einlagen auf zyprischen Banken war vom Parlament abgelehnt worden.

Alternativlösungen
Zur Debatte steht nun eine geringe Zwangsabgabe als ursprünglich vorgesehen. Diese könnte eine Höhe von 1 bis 1,5 % der Einlagen erreichen. Auch ist die Rede von der Gründung einer „Rettungskasse", in der Privatpersonen, diverse Kassen, aber auch die Kirche Geld zur Rettung Zyperns bereitstellen können. In Betracht gezogen wird auch die Schließung der Laiki Bank; dadurch sowie durch die Gründung einer „Good Bank" sollen zwei Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Halbstaatliche Versicherungskassen mit Rücklagen in Höhe von zwei bis drei Milliarden Euro könnten privatisiert werden. Auch die Abtretung der erwarteten künftigen Gewinne von Gasvorkommen, die unter dem Meeresboden vor Zypern lagern, wird als Alternativlösung gehandelt. Hilfe erhofft man sich eventuell auch von Russland. Der Finanzminister Zyperns Michalis Sarris befindet sich aus diesem Grund zu einem offiziellen Besuch in Moskau. Hier soll er einen Kredit in Höhe von 5 Milliarden Euro erbeten haben, der aber nicht genehmigt worden ist.

Furcht vor Run auf Banken
Zypern spielt auch mit dem Gedanken, seine Banken zu privatisieren und eventuell an Russland zu verkaufen. Aufgrund der angekündigten Zwangsabgabe für Einlagen auf zyprischen Banken bleiben diese noch bis zum kommenden Dienstag, dem 26. März, geschlossen. Das gleiche gilt auch für zyprische Bankfilialen in Griechenland. Die Geldautomaten funktionieren unterdessen normal, allerdings können dort nur begrenzte Beträge abgehoben werden. Allerdings befürchtet die zyprische Regierung einen sogenannten „Bank Run", falls Kontoinhaber massenhaft ihre Anlagen abheben wollen, sobald die Kreditinstitute wieder geöffnet haben. Insider befürchten, dass innerhalb einer Woche bis zu 7 Milliarden Euro abgehoben werden könnten. Wie der internationale Bankenverband IIF zusammenrechnet, hätten Ende September 2012 allein Nicht-Zyprioten 20 Milliarden Euro auf den Banken des Landes deponiert.

Griechisches Interesse an Banken
Die Lage auf Zypern beschäftigt auch die griechische Politik. Finanzminister Jannis Stournaras stellte am Donnerstag fest, dass die zyprischen Banken nicht mehr für lange Zeit geschlossen bleiben könnten, andernfalls werde „die zyprische Wirtschaft zerstört". Weiterhin sagte er, dass Griechenland einen Plan B habe. Stournaras versicherte, dass die Bankeinlagen von griechischen Staatsbürgern auf zyprische Banken, die in Griechenland agieren, sicher seien. Unterdessen haben griechische Banken bereits ihr Interesse bekundet, zyprische Tochterunternehmen in Griechenland aufzukaufen.

(Griechenland Zeitung / eh, Foto: Eurokinissi. Die Aufnahme zeigt einen Protest von Angestellten der Bank of Cyprus vor einer Filiale in Athen.)

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