Griechenlands Energieminister: Russisches Gas gegen „deutsches Europa“ Tagesthema

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Griechenlands Energieminister: Russisches Gas gegen „deutsches Europa“

Die neue griechische Regierung will die Kooperation mit Russland intensivieren. Der Minister für produktiven Wiederaufbau, Umwelt und Energie Panagiotis Lafazanis hat aus diesem Grund in dieser Woche einen offiziellen Besuch in Moskau absolviert.

Dort hat er sich am Montag u. a. mit dem russischen Energieminister Alexander Nowak sowie dem Vorstandsvorsitzenden des Erdgasförderers Gazprom, Alexei Miller, getroffen. Nowak erklärte seinem Amtskollegen aus Athen, dass es seine Aufgabe sei, die bilateralen Kooperationsaussichten angesichts des offiziellen Besuchs von Ministerpräsident Tsipras am 8. April in Moskau zu sondieren. Lafazanis sprach seinerseits das Ziel seiner Regierung an, niedrigere Preise für Erdgas aus Russland zu erhalten. Dies sei angesichts des gesunkenen Konsums in Griechenland ein Gebot der Stunde. Weiterhin rief er seinen russischen Amtskollegen sowie die Gazprom dazu auf, sich am internationalen Wettbewerb für die Erschließung von vermuteten fossilen Brennstoffen vor Kreta sowie im Ionischen Meer zu beteiligen. Zuvor hatte er die dafür vorgesehene Frist um zwei Monate bis zum 14. Juli verlängert. Gazprom-Chef Miller informierte den Gast aus Athen seinerseits über die geplante Gaspipeline „Turkish Stream“. Diese soll das Projekt der „South Stream“-Leitung ablösen und Gas auf anderem Weg in europäische Länder transportieren. Während des Besuches von Lafazanis wurde auch eine Aufhebung des Embargos für griechische Produkte besprochen. Einzelheiten zu diesem Thema sollen beim bevorstehenden Tsipras-Besuch in Moskau erörtert werden. 

Am Wochenende hatte der frühere Kommunist Lafazanis in einem Zeitungsinterview mit der griechischen Wochenzeitschrift „Kefalaio“ zu einem „Bruch mit dem deutschen Europa“ aufgerufen. Deutschland, so hatte der Minister darin festgestellt, werde seine Strategie nicht ändern. Griechenland brauche deshalb „Alternativen“.
Elisa Hübel

Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Lafazanis während eines Besuches beim griechischen Erzeuger für Elektroenergie (DEI) am 24. März im makedonischen Kozani.

 

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