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Historischer Prozess gegen Griechenlands Neofaschisten vertagt Tagesthema

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Historischer Prozess gegen Griechenlands Neofaschisten vertagt

Der Prozess gegen Mitglieder und die gesamte Führung der neofaschistischen Partei Chryssi Avgi (zu Deutsch: Goldene Morgenröte) wurde auf den 7. Mai vertagt. Lediglich 44 der 69 Angeklagten sind am Montag vor Gericht erschienen.

Ursprünglich sollte der Prozess am heutigen Montag in den Frauengefängnissen von Korydallos bei Athen stattfinden. Er wird als der wichtigste Prozess in der neugriechischen Geschichte betrachtet. Dabei wird besonders betont, dass die Mitglieder der neofaschistischen und seit 2012 im griechischen Parlament vertretenen Partei nicht wegen ihrer politischen Ansichten, sondern wegen verbrecherischen Taten aussagen müssen. Vorgeworfen wird den Angeklagten Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation. Der gesamte Parteivorsitz soll sich zudem wegen der Führung einer solchen Organisation verantworten. Einige Mitglieder werden außerdem des Mordes oder der Verletzung des Waffengesetzes beschuldigt.
Im Umfeld der Haftanstalt ist es am Montag zu mehreren Kundgebungen vor allem gegen die rassistischen Handlungen von Mitgliedern der Chryssi Avgi gekommen. Einwohner von Korydallos haben zudem gegen die Durchführung des Prozesses in ihrer Nachbarschaft protestiert. Die Gemeinde hat beschlossen, dass die 11 Schulen, die sich in der Nähe der Gefängnisse befinden, während der Durchführung des Prozesses geschlossen bleiben.
Die Bedeutung des Prozesses lässt sich nicht nur daran ermessen, dass 69 Personen angeklagt sind. Es sollen auch 300 Zeugen vernommen werden, die wiederum von 120 Rechtsanwälten vertreten werden. Zudem sind etwa 100 Journalisten akkreditiert.
(Griechenland Zeitung / eh)

Unser Foto (© Eurokonissi) entstand am Montagmorgen in Korydallos während einer antifaschistischen Kundgebung.

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