Parlamentspräsidentin Konstantopoulou schließt sich der „Volkseinheit“ an Tagesthema

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Parlamentspräsidentin Konstantopoulou schließt sich der „Volkseinheit“ an

Die bisherige Parlamentspräsidentin Zoi Konstantopoulou (s. Foto) vom Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) wird bei den Wahlen als unabhängige Kandidatin für die „Volkseinheit“ (LAE) antreten. Es handelt sich dabei um die ehemalige Linke Plattform von SYRIZA, die sich kürzlich unter Panajotis Lafazanis von der Mutterpartei abgespalten hat.

Scharfe Kritik übte Konstantopoulou im Zusammenhang mit der Ankündigung ihrer Kandidatur für die LAE bei einer Pressekonferenz am bisherigen Ministerpräsident Alexis Tsipras. Dieser trage für „die Auflösung von SYRIZA“ die Verantwortung. „Einige“, so stellte sie fest, hätten den Auftrag übernommen, „SYRIZA zu liquidieren“ und in ein „Memorandums-Konstrukt“ umzuwandeln. Tsipras habe den Weg für vorverlegte Wahlen „auf Anraten der Geldgeber“ eingeschlagen. Es sei der „Gipfel der Lüge des zurückgetretenen Premiers“, dass es „keine Alternative“ für das 3. Sparpaket gegeben habe. Die zurückliegenden Monate bezeichnete die studierte Juristin als „eine sehr dunkle Periode“. Sie sprach dabei auch von „Plänen, die parlamentarischen und demokratischen Funktionen“ abzuwürgen. 

Ins Kreuzfeuer der Kritik der Linkspolitikerin geriet auch Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos. Dieser habe „grenzenlos“ zur Erpressung der Bürger mit vorverlegten Wahlen beigetragen.
Die bisherige Parlamentspräsidentin sprach sich für die Bildung einer breiten „Volksfront“ aus, die sich gegen die Spar- und Reformpolitik (Memoranden) wenden müsse. Sie rief gestandene Persönlichkeiten wie den Komponisten Mikis Theodorakis oder den Politiker Manolis Glezos zur Teilnahme auf.
Am Rande der Pressekonferenz kam es zu Protesten von Mitarbeitern des Parlaments. Sie forderten die Festanstellung von 75 Kollegen, die mit Zeitverträgen angestellt sind. Es handelt sich dabei u. a. um Mitarbeiter des Fernsehkanals des Parlaments, die seit Monaten nicht bezahlt wurden und deren Verträge nicht erneuert wurden.
(Griechenland Zeitung / jh, Foto: © Eurokinissi)

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