Zwei Sozialisten kämpfen für den Vorsitz einer neuen Mitte-Links-Partei Tagesthema

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Unsere Fotos entstanden am Tag der Wahl; sie zeigen die PASOK-Vorsitzende Fofi Gennimata, den Mitbewerber aus den Reihen der PASOK Nikos Androulakis und den Vorsitzenden der Liberalen Stavros Theodorakis. Unsere Fotos entstanden am Tag der Wahl; sie zeigen die PASOK-Vorsitzende Fofi Gennimata, den Mitbewerber aus den Reihen der PASOK Nikos Androulakis und den Vorsitzenden der Liberalen Stavros Theodorakis.

Am Sonntag haben sich etwa 200.000 Griechen an den Wahlen des Vorsitzenden einer neuen Mitte-Links-Partei beteiligt. Letztere muss allerdings erst noch gegründet werden. Die Stichwahlen finden am kommenden Sonntag statt. Favoritin ist die PASOK-Chefin Fofi Gennimata.

Bei der bevorstehenden Gründung einer neuen politischen Formation links der Mitte stellte die sozialistische PASOK am Sonntag ihren Führungsanspruch unter Beweis. Deren Vorsitzende Fofi Gennimata erhielt knapp 45 % der Stimmen und damit den weitaus größten Anteil. An zweite Stelle ist mit etwa 25 % der PASOK-Europaparlamentarier Nikos Androulakis durchs Rennen gegangen. Die beiden werden am kommenden Sonntag (19. November) in die Stichwahl gehen. Wer als Gewinner aus diesem Rennen hervorgeht, ist der Vorsitzende der Partei in spe. Der gewählte Chef soll diese Mitte-Links-Fraktion in die nächsten Parlamentswahlen führen.

Wunsch nach „Einheit und Veränderung“
An der ersten Wahlrunde für den Parteivorsitz am Sonntag haben sich mehr als 200.000 Bürger beteiligt. Sie kommen nicht nur aus den Reihen der Sozialisten und allgemein dem Spektrum Mitte-Links, sondern gehören auch anderen politischen Richtungen an.
Gennimata bezeichnete all diejenigen, die an den Wahlurnen erschienen sind, als „Mitbegründer der politischen Mitte-Links Partei“. Sie hätten mit ihrem Urnengang eine Botschaft der „Einheit und Veränderung“ vermittelt. Androulakis sprach von einem „starken Auftrag für Erneuerung und Veränderung“.
Recht unbefriedigend war das Ergebnis für den Vorsitzenden der liberalen Partei „To Potami“ Stavros Theodorakis. Auf sein Punktekonto kamen weniger als 10 % der Stimmen: Nach Athens Bürgermeister Jorgos Kaminis (etwa 13 %) kam der Liberale nur auf Platz vier. Theodorakis räumte im Anschluss ein: „Das Ergebnis ist nicht das, was wir erhofft haben.“ Der Kampf für die „Veränderung des Landes“ werde jedoch fortgesetzt. Auch Mitglieder von „To Potami“ haben ihre Verstimmung über das Wahlergebnis zum Ausdruck gebracht. Sie werfen Theodorakis vor, dass er in Eigeninitiative für den Vorsitz der politischen Mitte kandidiert habe. „To Potami“ will nun seine Abgeordnetenmandate bis zu den nächsten Parlamentswahlen mit der PASOK vereinen, um eine effizientere Oppositionsarbeit leisten zu können.
Seine Zufriedenheit darüber, dass sich relativ viele Bürger am Urnengang beteiligt haben, drückte hingegen Oppositionschef Kyriakos Mitsotakis von der konservativen Nea Dimokratia (ND) aus.
Aus Regierungskreisen gab es bisher keinen Kommentar zu den Wahlen vom Sonntag. Einige Kritiker betrachten das als Zeichen von Missfallen. Es gilt als relativ wahrscheinlich, dass die neue politische Kraft, die links der Mitte entsteht, auch Wähler der Regierungspartei SYRIZA an sich binden könnte. In welchem Ausmaß, das bleibt freilich abzuwarten: Die Legislaturperiode des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras endet erst im September 2019. (Griechenland Zeitung / eh)

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