Umfrage: Vorverlegter Urnengang nicht erwünscht Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand bei den letzten Parlamentswahlen im September 2015. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand bei den letzten Parlamentswahlen im September 2015.

In einer aktuellen Erhebung liegt die Oppositionspartei ND 10 Prozentpunkte vor dem Regierungsbündnis SYRIZA/ANEL. Zudem betrachtet ein Drittel der Griechen eine Untersuchungskommission zur Aufklärung der Novartis-Affäre als „Katharsis“. Und jeder zweie Grieche ist strikt gegen eine Auslieferung von acht türkischen Offizieren an Ankara.

Etwas mehr als ein Drittel der Griechen (36 %) betrachtet die Einberufung einer Untersuchungskommission zur Aufklärung der Affäre des Pharmakonzerns Novartis als eine Gelegenheit für eine politische „Katharsis“ („Reinigung“). Doch fast ebenso viele (35 %) sehen dahinter einen Versuch, die Unabhängigkeit der Justiz zu beeinträchtigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Prorata für die Montagsausgabe der regierungsnahen Tageszeitung „Efimerida ton Syntakton“.
Mehr als die Hälfte der Befragten (52 %) sind „absolut“ gegen die Auslieferung von acht türkischen Offizieren an Ankara. Diese hatten im Sommer 2016 nach einem gescheiterten Putschversuch Zuflucht in Griechenland gesucht und Asyl beantragt. Lediglich 7 % der Griechen ist hingegen „absolut“ mit ihrer Auslieferung einverstanden, weitere 7 % wären „wahrscheinlich“ damit einverstanden.

Meinungen zu politischen Bündnissen

Was die Eventualität der Durchführung von vorverlegten Parlamentswahlen betrifft, so sind 52 % der Befragten dagegen; 41 % sind dafür. Mehr als jeder zweite Grieche (55 %) empfindet die Koalition der Regierungspartei Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) mit den rechtspopulistischen „Unabhängige Griechen“ (ANEL) als „nicht akzeptabel“. Unter den SYRIZA-Wählern tolerieren 64 % dieses Bündnis der links- mit der rechtspopulistischen Partei.
Gefragt wurde auch nach der Absicht über eine Kooperation der sozialistischen PASOK mit der liberalen „To Potami“ in der von den Sozialisten dominierten „Bewegung der Veränderung“. Laut Umfrage würden mehr als zwei Drittel (70 %) eine solche Entwicklung tolerieren. Lediglich 12 % beschreiben dies als „inakzeptabel“.

Die Präferenzen der Wähler

Was die Wählergunst der Parteien betrifft, so liegt die ND mit 34 % deutlich vor SYRIZA (24 %). Bei der letzten Befragung im Januar lag der Unterschied noch bei 8 Prozentpunkten. Dritte Partei ist die kommunistische KKE gleichauf mit der „Bewegung der Veränderung“ (13 %). Es folgt die faschistische Chryssi Avgi (10 %), die Zentrumsunion (8 %) und die ANEL (6 %). Jeweils 5 % erhalten in der Erhebung das Bündnis linksradikaler Parteien „Antarsya“, die „Plefsi Eleftherias“ der ehemaligen Parlamentspräsidentin Zoi Konstantopoulou (ehemals SYRIZA) und die „Elliniki Lysi“ – zu Deutsch „Griechische Lösung“: Ein Ableger der rechtspopulistischen LAOS (Orthodoxe Volkssammlung). Deren einstiges Mitglied Adonis Georgiadis ist inzwischen Vizepräsident der ND. Etwa die Hälfte der Befragten (47 %) bezeichnen diesen Seitenwechsel als „nicht akzeptabel“. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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